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Spielzeug Erben wehren sich gegen Frida-Kahlo-Barbie

Der Spielzeughersteller Mattel lanciert zum Weltfrauentag Barbie-Puppen, die inspirierenden Frauen nachempfunden sind. Die Familie von Frida Kahlo will dagegen klagen.

11.03.2018 15:31
Barbie
Neuester Coup von Mattel: Frida Kahlo (M.) als Barbie. Foto: Mattel

Die Künstlerin Frida Kahlo, die Snowboarderin Chloe Kim, die Flugpionierin Amelia Earhart und die junge australische Aktivistin Bindi Irwin haben ab sofort eines gemeinsam: Sie alle gibt es nun als Barbie-Puppen. Der US-Spielzeughersteller Mattel hat die Figuren in dieser Woche pünktlich zum Weltfrauentag lanciert. Man wolle Mädchen inspirieren, begründet der Konzern die Aktion, insgesamt 19 bekannten Frauen aus Gegenwart und Vergangenheit eine eigene Puppe zu widmen.

Der Familie der von Frida Kahlo gefällt das nun aber nicht. Jedenfalls nicht so, wie Mattel die Idee umgesetzt hat. Die Puppe stelle nicht das dar, wofür die mexikanische Malerin stehe, sagte Kahlos Großnichte Mara Romeo. Sie hätte gerne eine Puppe mit „Gesichtszügen wie die von Frida“ gehabt und „nicht diese Puppe mit hellen Augen“. Kahlo mit ihren auffälligen, zusammengewachsenen Augenbrauen war für den offensiven Umgang mit ihrer mexikanischen Identität und für ihre selbstbewusste, ungekünstelte Weiblichkeit bekannt.

Kahlos Nichte hätte sich eine Puppe mit den charakteristischen Augenbrauen gewünscht und mit Kleidung aus mexikanischer Handwerkskunst. „Es sollte eine Puppe sein, die alles repräsentiert, was meine Tante repräsentiert hat“, sagte Romeo. Mit einem schmalen Gesicht, Mandelaugen und nur ein paar Haaren zwischen den Brauen sieht die Barbie nur entfernt nach der echten Frida Kahlo aus.

Nun wollen die Erben der mexikanischen Malerin, die erst nach ihrem Tod zu Ruhm kam, gegen Mattel vorgehen. Denn der Spielzeugkonzern habe nicht die „Befugnis, das Bild von Frida Kahlo zu nutzen“, heißt es in einer Stellungnahme der Familie. Dass Mattel sich einfach bedient hätte, kann allerdings nicht behauptet werden. Denn die US-Firma Frida Kahlo Corporation, die ebenfalls Anspruch auf die Bildrechte der Künstlerin erhebt, teilte mit, „in enger Zusammenarbeit“ mit Mattel an der Entwicklung der Puppe mitgearbeitet zu haben.

Das Unternehmen wurde nach Angaben von Romeos Rechtsanwalt im Jahr 2005 von Kahlos Familie und der Firma Casablanca Distributors gegründet. Die Frida Kahlo Corporation habe allerdings gegen den inzwischen ausgelaufenen Vertrag verstoßen und ohnehin „nie die Rechte an Fridas Bild gehalten“, sagte der Anwalt.

Während sich die Kahlo-Erben über Mattel ärgern, freuen sich andere Frauen über ihr Abbild: Die US-Primaballerina Misty Copeland, die Fechterin Ibtihaj Muhammad, das Plus-Size-Modell Ashley Graham oder die Filmregisseurin Ava Duvernay ließen sich alle stolz mit „ihrer“ Barbie-Puppe für Mattel fotografieren.   (afp/db)

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