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Solarbranche Dämpfer für Solarkonzern

Die Zeit der sprudelnden Gewinne in der Solarbranche scheint vorbei: Das Niestetaler Unternehmen SMA etwa hat zuletzt deutlich weniger verdient. Das bedeutet nun das Aus für tausend Zeitarbeiter im Konzern.

12.11.2011 17:07
Bernd Salzmann
Wechselrichter sind das Herzstück einer Solaranlage. Foto: dpa

Der vom Erfolg verwöhnte Solartechnikkonzern SMA in Niestetal bei Kassel erhält einen schweren Dämpfer. Der Umsatz des weltweit führenden Herstellers von Wechselrichtern brach im dritten Quartal um beinahe 25 Prozent auf gut 477 Millionen Euro ein. Der operative Gewinn schrumpfte um rund 60 Prozent auf 75 Millionen Euro. Über die Aussichten für 2012 äußerte sich SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon zurückhaltend. Nun müssen 1000 Zeitarbeiter Nordhessens zweitgrößten Arbeitgeber bis zum Jahresende verlassen. Pressesprecherin Susanne Henkel machte dafür allerdings vor allem saisonale Gründe verantwortlich: „Bei Schnee geht keiner aufs Dach.“

Die Solarbranche leidet in diesem Jahr unter der größten Krise in ihrer noch jungen Geschichte. Reihenweise meldeten namhafte Unternehmen wie Roth & Rau, Centrotherm, Manz und Phoenix Solar operative Verluste oder kassierten allzu optimistische Prognosen, die in der Euphorie des Boomjahres 2010 formuliert worden waren.

Gründe dafür gibt es viele. Rapid wachsende Kapazitäten und eine sinkende Nachfrage sorgten unterm Strich für riesige Überkapazitäten. „Zum einen verunsichert die Euro- und Schuldenkrise viele Endkunden, so dass Investitionen in Solarstromanlagen verschoben werden. Zum anderen verändern die deutlich gestiegenen Refinanzierungskosten der Banken die Refinanzierungsstrukturen von solaren Großprojekten“, sagte SMA-Vorstandssprecher Urbon. Starke Halbjahreszahlen bescherten den Nordhessen jedoch noch ihr zweitbestes Neun-Monats-Ergebnis.

Die Zukunft vieler Zeitarbeiter ist trotzdem ungewiss. Es werde nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten gesucht, sagte die Geschäftsführerin der für SMA tätigen Zeitarbeitsfirma Team-Time, Ute Urbon, die mit dem SMA-Chef verheiratet ist. Arbeiter mit befristeten Verträgen würden womöglich nicht weiterbeschäftigt werden können. Ein „nennenswerter Teil“ der 1000 betroffenen Leiharbeiter aber komme definitiv bei der Zeitarbeitsfirma von VW unter. SMA beschäftigte zuletzt (30. September) weltweit 7143 Leute, darunter 1747 Zeitarbeiter.

Die Börse lässt so etwas kalt: Die SMA-Aktie legte gestern bis zum Nachmittag um fast zehn Prozent zu. Umsatz und operativer Gewinn lagen über den Markterwartungen.

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