Lade Inhalte...

Social Media in Unternehmen Unternehmen dürfen Aktionäre über Twitter und Facebook informieren

Nachdem Netflix bei Facebook eine Nachricht über die Nutzung der Videoplattform postete, schoss die Aktie in die Höhe. Dann ermittelte die US-Börsenaufsicht SEC und fällte ein Web 2.0-freundliches Grundsatzurteil.

Unternehmen dürfen auf Facebook und Twitter Informationen veröffentlichen - vorausgesetzt, die Investoren wissen, dass sie dort nach Neuigkeit schauen müssen. Foto: AFP

Dürfen Firmen wichtige Informationen ausschließlich auf Twitter und Facebook bekanntgeben? Vor dieser Frage stand die US-Börsenaufsicht SEC seit Juli 2012, als Reed Hastings, Chef der Online-Videothek Netflix auf seinem Facebook-Profil dem "Content Licensing Team" gratulierte: Die Netflix-Kunden hätten sich im Monat zuvor erstmals mehr als eine Milliarde Stunden Video auf der Plattform angeschaut. Der Wert einer Netflix-Aktie stieg nach dieser Facebook-Statusmeldung um mehr als zehn Dollar an, die Börsenaufsicht leitete eine Untersuchung ein.

Der SEC gefiel die Facebook-Statusmeldung gar nicht, denn obwohl eine solche Neuigkeit Einfluss auf den Aktienkurs eines Unternehmens haben könnte, wurde sie nicht gleichzeitig allen Investoren zugänglich gemacht. Weder Hastings noch Netflix hätten das Facebook-Profil zuvor genutzt, um Firmenzahlen zu veröffentlichen, teilt die SEC in dem Bericht mit, den sie zum Abschluss der Untersuchung veröffentlichte. Die Investoren seien von Netflix nicht darüber informiert worden, dass wichtige Informationen auf Facebook veröffentlicht würden. Außerdem hätte es keine Pressemitteilung zu dem Thema gegeben, keinen Artikel auf der Netflix-Website oder der Facebook-Unternehmensseite und auch keine Börsenmitteilung.

SEC gibt grünes Licht

In ihrem Bericht kommt die Börsenaufsicht zu dem Schluss, dass die sozialen Medien wie Firmenwebsites zu behandeln seien und eine Richtlinie von 2008 zur Anwendung komme: Twitter und Facebook dürfen für die Bekanntgabe wichtiger Informationen genutzt werden, wenn die Anleger darüber informiert werden, dass die Profile für diese Zwecke genutzt werden.

"Eine Gruppe von Aktionären sollte keinen Vorteil gegenüber anderen Aktionären haben, nur weil das Unternehmen wichtige Informationen selektiv veröffentlicht", erklärt der zuständige SEC-Direktor George Canellos. "Die meisten sozialen Medien sind vollkommen angemessene Methoden, um mit Investoren zu kommunizieren." Das gelte allerdings nur, so lange der Zugang zu den Informationen nicht eingeschränkt sei und die Investoren wüssten, wohin sie sich für Informationen wenden müssten.

Keine Sanktionen für Netflix

Im Fall von Netflix und Reed Hastings sieht die Börsenaufsicht von Sanktionen ab, da es zum Zeitpunkt des Facebook-Eintrags noch Unklarheiten über die Anwendung der Mitteilungs-Regeln in Social Media gegeben habe. Künftig sollte man allerdings nicht mehr gegen diese Regeln verstoßen, macht die SEC in ihrem Bericht deutlich.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum