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Smart Home Zulasten der Sicherheit

Die Vernetzung des Haushalts bringt große Sicherheitsprobleme mit sich. Bisher hat die Politik keine Antwort. Ein Kommentar.

Die schöne neue Welt der Vernetzung ist zweifelsohne bequem: Schnell von unterwegs die Heizung anstellen, per Webcam die Wohnung checken oder der Waschmaschine erlauben, selbstständig neuen Weichspüler zu bestellen. War das „Internet der Dinge“ noch vor kurzem nur etwas für Experten, wird man heute in jedem Elektronikmarkt mit Angeboten für ferngesteuerte Kameras, Alarmanlagen oder Heizungsregler überschüttet. 

Den wenigsten ist bewusst, welches Risiko sie damit eingehen. An die Datensammelwut der Internetanbieter hat man sich ja fast schon gewöhnt. Aber hier wird eine neue Dimension aufgestoßen. Wohin man in den Urlaub fährt oder was man im Internet bestellt, verrät ja schon viel über eine Person. Wenn aber Google, Apple und Co. auch noch direkt in die Wohnung schauen, fällt die letzte Privatsphäre.

Schlimmer noch: Hacker können Wohnungen ausforschen und die Informationen an Diebe weitergeben. Oder sie kapern das Heizungssystem und zerstören es. Die Bilder der heimlich aktivierten Smart-TV-Kamera im Schlafzimmer landen schließlich auf Pornoseiten – alles schon passiert.

Die Politik hat bisher keine Antwort. Sie sollte auf Verbraucherschützer und die Aktivisten vom Chaos Computer Clubs hören und den Herstellern eine gesetzliche Verpflichtung für kostenlose Sicherheitsupdates auferlegen. Es kann nicht sein, dass die Verbraucher hier auf die Kulanz der Hersteller angewiesen sind.
 

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