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Sigmar Gabriel Gute Drähte

Sigmar Gabriel soll neuer Aufseher von Siemens/Alstom werden. Warum auch nicht? Auch der deutsche und der französische Staat haben Interesse, dass der neue Konzern ein Global Champion wird. Ein Kommentar.

Es ist ja nicht so, dass es still geworden wäre um Sigmar Gabriel. Vor zwei Monaten, kurz vor der Neuauflage der Groko, hat die SPD-Führung den einstigen Parteichef und Vizekanzler aus der ersten Reihe gedrängt. Seitdem ist Gabriel einfacher Abgeordneter. Das hindert den ehemaligen Außen- und Wirtschaftsminister aber nicht daran, sich regelmäßig laut Gedanken über den Zustand der Welt zu machen und der neuen Regierung ungefragt Ratschläge für gutes Regieren zu geben.

Vielleicht wird sich Gabriel in Zukunft nicht mehr ganz so häufig zu Wort melden. Denn auf ihn wartet eine neue Aufgabe. Er soll in den Verwaltungsrat des neuen Bahntechnik-Konzerns wechseln, den die deutsche Siemens AG und der französische Wettbewerber Alstom durch die Zusammenlegung ihrer Zug-Sparten schmieden wollen.

Gabriel sagt, er halte sich strikt an die neuen Karenzregeln für ehemalige Minister und nehme seine Tätigkeit erst ein Jahr nach seinem Ausscheiden aus der Regierung auf. Wenn die Karenzregeln tatsächlich eingehalten werden, geht Gabriels Wechsel in Ordnung.

Man kann in diesem Falle auch so argumentieren: Nicht nur die beteiligten Unternehmen und ihre Belegschaften, sondern auch der deutsche und der französische Staat haben ein Interesse daran, dass der neue Konzern ein Global Champion in der zukunftsträchtigen Bahntechnik wird. Wenn ein Mann mit guten Drähten zu Politik und Wirtschaft einen Beitrag dazu leisten kann: umso besser.

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