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Schottland-Referendum Das britische Pfund legt zu

Erleichterung an den Finanzmärkten, weil nichts passiert ist: Die Schotten stimmten mit Nein, Großbritannien wird nicht aufgespalten. Warum steigen Aktienkurse, wenn alles bleibt wie es ist?

Das britische Pfund regiert mit Kursgewinnen auf den Ausgang des Schottland-Votums. Foto: dpa

Wie reagierten die Finanzmärkte genau auf das Abstimmungsergebnis in Schottland?

Der Deutsche Aktienindex (Dax) kletterte bis zum frühen Vormittag um knapp ein Prozent. Ähnlich stark legte der britische Index FTSE 100 zu. Deutlicher fiel die Reaktion noch an den Devisenmärkten aus. Das britische Pfund gewann, weil Anleger das Vertrauen in den britischen Währungsraum zurück gewannen. 

Durch das Nein zur Unabhängigkeit ändert sich auf der Insel nichts. Warum dann so eine Reaktion an den Märkten?

Dies erklärt sich durch die Angst vor einer Abspaltung Schottlands, die nun weg ist. Eine Abtrennung des Landesteils hätte eine wirtschaftliche Katastrophe auslösen können. Beispielsweise wären die beiden schottischen Großbanken wären in Schwierigkeiten geraten, weil Kunden Gelder bei ihnen abgezogen und nach London oder in die Eurozone umgeleitet hätten. Hätte das kleine Schottland die Ressourcen, um zwei systemrelevante Geldhäuser zu stützen? Ein Beispiel unter vielen für das, was auch ökonomisch auf dem Spiel stand.

Gemessen daran fiel die Reaktion der Märkte sogar gemäßigt aus. Warum kam es nicht zu heftigeren Ausschlägen?

Weil die Finanzmärkte schon vorher auf diesen Ausgang des Referendums gesetzt hatten. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass die Schotten es wirklich darauf ankommen lassen und für die Trennung  plädieren würden. Nur als Umfragen zeitweise einen Vorsprung der Separatisten signalisierten, war es vorübergehend zu Turbulenzen gekommen. Dies heißt umgekehrt: Hätte eine Mehrheit für eine Loslösung gestimmt, wären die Finanzmärkte in heftiges Unwetter geraten. Denn auf diesen Fall waren sie nicht eingestellt.

Wie geht es wirtschaftlich weiter mit dem Vereinigten Königreich?

Konjunkturell sieht es auf der Insel ganz gut aus. Die heftigen Auseinandersetzungen über das Schottland-Votum aber werden die Politik weiter beschäftigen. Man wird sehen, welche Zugeständnisse London Schottland noch einräumen wird- im Gespräch sind weitere  Autonomierechte.  Das Schottland-Votum lässt zudem ahnen, welche Gräben sich in der Gesellschaft auftun, wenn die nächste folgenschwere Abstimmung ansteht. Voraussichtlich bis 2017 werden die Briten darüber einstimmen, ob Großbritannien in der Europäischen Union bleibt. Damit ist weitere Unsicherheit garantiert.

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