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Rüstungsindustrie Rüstungsaktien im Höhenflug

Luftangriffe gegen IS, Kämpfe in der Ukraine: Angetrieben von militärischen Konflikten in aller Welt und der Aussicht auf steigende Rüstungsbudgets der Nato-Staaten haben die Aktien von amerikanischen Waffenherstellern Rekordhöhen erreicht.

US Navy F-18E Super Hornets. Foto: dpa

Während in Deutschland Regierung und Unternehmen über die Brauchbarkeit der militärischen Ausrüstung der Bundeswehr streiten, sehen die Finanzanleger schon goldene Zeiten für die Rüstungsindustrie heraufziehen, zumindest für die amerikanische: Angetrieben von militärischen Konflikten in aller Welt und der Aussicht auf steigende Rüstungsbudgets der Nato-Staaten haben die Aktien von amerikanischen Waffenherstellern Rekordhöhen erreicht.

Auf Jahressicht hat der von der Finanzagentur Bloomberg errechnete Aktienindex der größten US-Waffenschmieden fast 40 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: Der den Gesamtmarkt abbildende Index Standard & Poor’s 500 stieg nur halb so stark. Im Bloomberg-Index enthalten sind Lockheed Martin (Kursplus 40 Prozent), General Dynamics (45 Prozent), Northrop Grumman (36 Prozent) und Raytheon (28 Prozent). Boeing bleibt außen vor – zwar stellt der Konzern Kampfflugzeuge und Munition her, sein ziviles Geschäft mit Flugzeugen ist jedoch größer. Laut Bloomberg erhielten diese fünf Firmen 2013 Aufträge über 105 Milliarden Dollar vom Pentagon.

Was die Aussichten der Unternehmen beflügelt, sind zum einen die aktuellen Einsätze gegen die Kämpfer des Islamischen Staats (IS) in Syrien und Irak. Hier wird viel Material verbraucht: Bereits vor der Ankündigung von US-Präsident Barack Obama vom 10. September, den IS „systematisch“ zu bekämpfen, hatten US-Truppen im Irak 2700 Einsätze gegen den IS geflogen und dabei 250 Bomben und Raketen abgefeuert, darunter die GBU-54 von Boeing, AGM-Luft-Boden-Raketen von Raytheon oder Hellfire-Projektile von Lockheed Martin. Allein in der ersten Nacht der Bombardements in Syrien wurden über 200 Sprengkörper eingesetzt. Auch von der Offensive der israelischen Truppen in Gaza könnten die Konzerne profitieren, da die USA der größte Rüstungslieferant Israels ist.

Seit langem leiden die US-Rüstungsriesen unter dem sinkenden Militärbudget Washingtons. Nun können sie auf Aufträge hoffen, die das Arsenal von Navy und Air Force wieder auffüllen. Zudem verlegen sie sich zunehmend auf den Export: Seit dem Jahr 2011 sind ihre Einnahmen aus Geschäften mit anderen Staaten um fast neun Prozent gestiegen. Allerdings machen Amerikas Rüstungskonzerne immer noch 80 Prozent ihrer Geschäfte mit Washington.

Nicht nur die Konflikte in Nahost, auch andere, latente Krisenherde könnten die  Nachfrage nach Waffen Made in USA in Zukunft antreiben. Dazu gehören der Streit zwischen China und seinen Nachbarstaaten wie Vietnam, Philippinen und Japan um Territorien im südchinesischen Meer; oder der Konflikt mit Russland um die Ukraine. So hatte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen auf dem Nato-Gipfel  in Wales Anfang des Monats größere finanzielle Anstrengungen von den Staaten verlangt: Russlands „illegale militärische Aktionen“ in der Ukraine seien ein „Weckruf“. Wir müssen jetzt den Trend umdrehen und nach und nach die Ausgaben für die Verteidigung erhöhen“, forderte Rasmussen. Die Rüstungskonzerne werden das gerne gehört haben.

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