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Raupeninvasion Heerwurm bedroht Afrikas Maisernte

Binnen weniger Monate hat der Schädling fast den gesamten Kontinent erobert. Nun arbeiten auch deutsche Forscher an einer möglichst nachhaltigen Bekämpfung des Schädlings.

Bauern in Ruanda
Schäden am Mais: Bauer Calixte Munyangeyo (grünes Shirt) mit weiteren Mitgliedern der ruandischen Genossenschaft. Foto: Tobias Schwab

Die Raupeninvasion auf seinem Maisfeld wird Calixte Munyangeyo so schnell nicht vergessen. Die fresswütigen Feinde kamen im vergangenen Jahr überfallartig, hatten sich gut getarnt und waren nicht aufzuhalten. Zwei Drittel seiner Ernte verlor der Ruander binnen weniger Tage an den Herbst-Heerwurm. „Etwas mehr als 200 Kilo Mais hatte ich in normalen Jahren“, erzählt der 50-Jährige. „2017 waren es dann weniger als 70 Kilo.“

Mit ihm wurden alle 270 Kleinbauern der Genossenschaft im Distrikt Nyanza zu Opfern des Schädlings – mit Verlusten in ähnlicher Größenordnung wie bei Munyangeyo. Doch das war nur die lokale Schadensbilanz. Denn der Heerwurm setzte 2016/2017 dazu an, den ganzen afrikanischen Kontinent zu erobern. Irgendwie – vermutlich mit dem Import von Frischpflanzen – war dem in Nord- und Südamerika heimischen Schädling der Sprung über den Atlantik gelungen. 

Das große Fressen begann in Nigeria, wo der Heerwurm Anfang 2016 erstmals gesichtet wurde. Im Frühjahr 2018 meldeten nach Angaben der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) bereits 44 von 54 afrikanischen Staaten den Eindringling. „Millionen Hektar von Maisfeldern sind betroffen“, stellte die FAO fest. Mehr als 50 Prozent der Ernte könnten vernichtet werden. „Das bedroht die Ernährungssicherheit von mehr als 300 Millionen Menschen.“

Calixte Munyangeyo, der seinen Mais über die Genossenschaft an das Unternehmen „Africa Improved Foods“ verkauft, musste das am eigenen Leib erfahren. „Ich baue zum Glück auch noch Süßkartoffeln, Bohnen und Maniok an“, erzählt der Vater von fünf Kindern. „Damit konnte ich meine Familie gerade so durchbringen, sonst hätten wir richtig hungern müssen.“ Dennoch hatte der Heerwurmbefall seines Feldes finanzielle Folgen. „Uns hat Geld für die Krankenversicherung und die Schuluniformen der Kinder gefehlt.“

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