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Quartalsbericht Adidas hat einen Lauf

Herzogenauracher legen trotz mäßiger Fußball-WM starke Zahlen vor.

Adidas lässt sich von einer für den Sportartikler mäßigen Fußball-Weltmeisterschaft in Russland nicht stoppen. Nachdem der operative Gewinn zwischen April und Juni im Quartalsvergleich trotz hoher Werbeausgaben gestiegen ist und damit Analystenschätzungen weit übertroffen hat, konnte die Aktie der Franken um rund acht Prozent zulegen und war damit am Donnerstag mit Abstand bester Dax-Wert. „Es war ein starkes Quartal“, stellte Konzernchef Kasper Rorsted klar. Der zweitgrößte Sportartikler der Welt hinter dem US-Rivalen Nike hat derzeit einen Lauf, was auf boomende Geschäfte in den USA, Asien und eigene Online-Geschäfte zurückgeht. Sie haben die Konzernumsätze zum Halbjahr um drei Prozent auf 10,9 Milliarden Euro erhöht und den Halbjahresüberschuss sogar um über die Hälfte auf 938 Millionen Euro.

Das ist angesichts einiger Problemzonen der Herzogenauracher ziemlich bemerkenswert. Da ist die WM. Sportliche Großereignisse dieser Art führen bei Adidas üblicherweise zu spezifischen Impulsen. Diesmal wurden zwar gut acht Millionen Fußballertrikots und zehn Millionen Fußbälle verkauft. Aber bei der WM in Brasilien waren es ebenfalls acht Millionen Leibchen und 14 Millionen Bälle. Diese Bilanz ist kein Zufall. Das Finale in Russland haben mit Frankreich und Kroatien zwei von Nike ausgerüstete Teams bestritten. Adidas hat zwar zwölf Nationen ausgerüstet, aber mit Belgien nur ein Team unter die letzten Vier gebracht. Aktuelle Fußball-Umsätze mag Rorsted nicht mehr angeben. Bei der Europameisterschaft 2016 war noch stolz von 2,5 Milliarden Euro die Rede.

Das zweite Problem betrifft Westeuropa. Dort stagnieren die Konzernumsätze derzeit statt wie geplant um fünf Prozent zu wachsen. Rorsted räumt Absatzprobleme nach Jahren rasanten Wachstums auch in Westeuropa ein, mag aber mit Blick auf Firmengeheimnisse nicht ins Detail gehen. Das dritte Problem ist mit US-Tochter Reebok ein Dauerbrenner.

Auch zum Halbjahr 2018 sind die Reebok-Umsätze mit drei Prozent weiter rückläufig. Sieben Prozent trägt die Tochter noch zu den Konzernumsätzen bei, die immer mehr von einer prosperierenden Marke Adidas im Alleingang getragen werden. Als Erfolg wertet Rorsted Verbesserungen bei der Profitabilität des mittlerweile als Fitnessmarke für Frauen positionierten Problemkinds. Echte Gewinnbeiträge erwartet er dennoch nicht vor 2020. Dazu kommt, dass die Bilanz-Kontrollinstanz Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung jetzt verlangt hat, den Buchwert für die Marke Reebok um satte 475 Millionen Euro auf noch 800 Millionen Euro zu reduzieren und das rückwirkend für die Bilanz 2016.

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