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Pyeongchang 2018 Olympische Hightech-Spiele

Unternehmen der Elektronik- und Autobranche nutzen die Wettkämpfe in Südkorea, um zu zeigen, was sie so drauf haben.

VR-Brillen
Mitglieder des kanadischen Teams testen VR-Brillen. Foto: dpa

Den ersten Weltrekord bei den Winterspielen hat sich Intel geholt. Für 1218 Drohnen, die bei der Eröffnungsfeier gleichzeitig in der Luft waren und die olympischen Ringe formten, gab es einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Schon Wochen vorher wurde auf der Computermesse CES in Las Vegas viel getuschelt über den Auftritt der Klein-Helikopter, die Shooting Star heißen. Und womöglich wird eine Flotte unbemannter Luftfahrzeuge während der Spiele in Pyeongchang noch mehrfach aufsteigen.

Ist das noch ein Sportfest oder schon eine Hightech-Messe? Die Frage ist berechtigt, angesichts des immensen Aufwands, mit der Technik der avancierten Art in der bergigen Region im Norden Süd-Koreas eingesetzt wird. Das hat schon lange vor der Eröffnungsfeier begonnen.

So hat der dortige Autobauer Hyundai eine kleine Pkw-Flotte von der Hauptstadt Seoul die 190 Kilometer nach Pyeongchang rollen lassen. Es handelte sich um Roboterautos und darunter waren auch Fahrzeuge mit Brennstoffzellen. Diese Form des elektrischen Antriebs wird auch bei Bussen eingesetzt, die im olympischen Shuttledienst unterwegs sind, allerdings noch mit Fahrern aus Fleisch und Blut.

Die koreanische Regierung hat die Parole ausgegeben, die Spiele der Wintersportler zu nutzen, um zu demonstrieren, was die beiden wichtigsten Industriesparten der Landes drauf haben: die Auto- und die Elektronikbranche.

Deshalb musste auch für den Transport des Olympischen Feuers kreuz und quer durch das Land kurzzeitig der humanoide Roboter Hubo ran – mit Zipfelmütze auf dem eckigen Kopf. Hubo hatte mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen, galt es doch, mit einem Arm ein Loch in eine Holzwand zu sägen, um die Fackel seinem Erschaffer, Professor Oh Jun-ho übergeben zu können.

Hubo soll einmal als Rettungsroboter bei Naturkatastrophen eingesetzt werden. Man habe sich entschlossen, auf die Roboter zurückzugreifen, die praktische und nützliche Dienste während der Olympischen Spiele leisten können, sagte Oh, Professor für Maschinenbau, der Zeitung „Korea Herald“. Ganz stimmt das nicht. Relativ zweckfrei dürfte das Tun von silbrig-glänzenden Roboter-Fischen sein, die Koi-Karpfen nachempfunden sind und selbstgenügsam in Aquarien unter anderem im internationalen Pressezentrum herumschwimmen.

Besucher und Athleten können indes den intelligenten Maschinen schon bei der Ankunft am Flughafen kaum aus dem Weg gehen. Dort sind selbstfahrende Reinigungsroboter unterwegs und auskunftswillige Apparate, die den Ankömmlingen sagen, wo es langgeht und zwar auf Koreanisch, Japanisch, Chinesisch und Englisch. Diese Dienste soll es an so ziemlich allen Olympischen Stätten geben. Nach Angaben der Organisatoren wird dabei eine sprechende Maschine dominieren, die in der äußeren Hülle des weißen Tigers daher kommt – einem der Maskottchen der Spiele.

Omnipräsent wird in Pyeongchang natürlich auch Samsung sein. Als Weltneuheit will der weltgrößte Elektronikkonzern auf Bildschirmen in den Stadien bewegte Bilder von Wettbewerben zeigen, die mittels der neuen Mobilfunktechnik 5G übertragen werden. Etwa Videos, die von hochauflösenden Mini-Kameras gemacht werden und zeigen, wie sich tollkühne Frauen und Männer in Bobs den Eiskanal hinunterstürzen.

Und beim Eiskunstlauf werden 100 Kameras gleichzeitig Pirouetten und Todesspiralen aufnehmen und per 5G transportieren, damit sich der Zuschauer aus vielen verschiedenen Perspektiven die Darbietungen anschauen können. Der Konzern Korea Telecom hat dafür das erste öffentliche 5G-Netz aufgebaut, das von 250 000 Smartphones und anderen Geräten gleichzeitig genutzt werden kann. Die neue Mobilfunktechnik ist bis zu 1000mal schneller als alles, was wir heute kennen: In Pyeongchang läuft vor der Welt-Öffentlichkeit ein Großtest für das neue Funkübertragungsverfahren, das von 2020 an kommerziell genutzt werden soll.

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