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Präsidententochter Ivanka Trump gibt Modemarke auf

1. UpdateAmerikas „First Daughter“ gibt ihre Modemarke „Ivanka Trump“ auf. Offiziell will sie sich mehr auf die Politik konzentrieren. Die Marke aber kränkelt schon länger. Im Netz herrscht Schadenfreude über „Failing Ivanka“.

25.07.2018 09:37
Mode von Ivanka Trump
Ivanka Trump legt ihre Modemarke auf Eis. Foto: rtr

New York (dpa) – Amerikas „First Daughter“ Ivanka Trump gibt ihre Modemarke auf. „Ich weiß, dass mein Fokus in der absehbaren Zukunft auf meiner Arbeit in Washington liegen wird“, teilte Ivanka Trump am Dienstag mit. Deshalb sei die Entscheidung die einzig faire Lösung gegenüber ihrem Team und ihren Partnern. Zuvor hatten US-Medien berichtet, die 18 Angestellten der Firma seien informiert worden, dass das Geschäft eingestellt werde.

Ivanka Trump hatte die Leitung der Firma nach der Wahl ihres Vaters Donald Trump zum US-Präsidenten abgegeben, um im Weißen Haus Beraterin zu werden. „Nach 17 Monaten in Washington weiß ich nicht, wann und ob ich wieder zum Unternehmen zurückkehren werde“, heißt es in ihrer Stellungnahme. Die Modelinie war rasch zum Spielball politischer Interessen geworden – Trumps Gegner riefen zum Boykott, Anhänger zum Kauf auf. Einige US-Händler wie die Kaufhauskette Nordstrom nahmen Ivankas Mode aus dem Sortiment und wurden deshalb von Donald Trump scharf attackiert.

Bereits im Wahlkampf 2016 hatten Trump-Gegner eine Kampagne unter dem Motto „Grab Your Wallet“ gestartet und dazu aufgerufen, keine Produkte mit Verbindung zu Trump, seiner Familie oder seinen Geldgebern zu kaufen. „Das ist der größtmögliche Sieg für Grab Your Wallet“, kommentierte Shannon Coulter, Mitbegründerin der Kampagne, das Ende von „Ivanka Trump“. 

Gratis Werbung von Trump-Beraterin

Im Februar 2017 sorgte Donald Trumps Beraterin Kellyanne Conway, die zuvor schon mit dem Begriff „alternative Fakten“ irritiert hatte, mit dem Aufruf „Kauft Ivankas Sachen“ im Sender Fox für einen Eklat. Sie selbst bezeichnete den Auftritt als „gratis Werbung“, was Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen die Ethikregeln der US-Regierung nach sich zog. Danach wurde es relativ ruhig um die Marke. Zuletzt gab es Berichte, wonach die kanadische Kaufhof-Mutter Hudson‘s Bay Artikel aus dem Angebot genommen haben soll.

Trotz all der Kontroversen war die Modefirma laut Geschäftsführerin Abigail Klem, die nach Ivanka Trumps Abgang die Leitung übernommen hatte, sehr erfolgreich. „Wir haben seit Einführung der Marke starke Verkäufe gesehen“, wird Klem in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert. Die Nachfrage sei bis zuletzt hoch gewesen, mit dem Start eines rasch wachsenden Online-Geschäfts sei in diesem Jahr ein weiterer Erfolg gelungen. Das Team habe auch unter „einzigartigen“ Umständen große Stärke gezeigt. „Wir sind unglaublich stolz“.

Ivanka Trump war 2007 zunächst ins Geschäft mit eigenem Schmuck eingestiegen. Im Laufe der Jahre kamen Schuhe, Handtaschen und andere Mode-Accessoires hinzu, bis die Marke 2014 an den Start ging und die Produktpalette neben einer umfassendenderen Kleidungsauswahl um weitere Artikel wie Brillen und Parfüm erweitert wurde. Kritiker monierten, dass viele von Ivanka Trumps Produkten „Made in China“ seien, was die „Amerika zuerst“-Politik ihres Vaters heuchlerisch erscheinen lasse. 

Schadenfreude über „failing Ivanka“

Das Ende der Modemarke Ivanka Trumps sorgt im Netz für allerhand Schadenfreude. „Eine Schweigeminute für all die verlorenen Jobs in China“, twitterte der US-amerikanische Komiker John Fugelsang über die größtenteils in Asien hergestellte Kleidung der Tochter von US-Präsident Donald Trump. „Gescheiterte Unternehmen liegen ja in der Familie“, bemerkte ein anderer Nutzer auf zahlreiche Pleiten in Donald Trumps Karriere als Geschäftsmann anspielend. „Failing Ivanka“ - versagende Ivanka, schrieben andere: Das Attribut benutzt auch ihr Vater gerne in Tweets, etwa über Medien, die ihn kritisieren. (dpa/rtr)

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