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Photovoltaik Solarenergie boomt in China

Der IEA-Report sieht Photovoltaik am Beginn einer neuen Ära. Weltweit wird hoher Zuwachs erwartet.

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Arbeiten an einer schwimmenden Photovoltaik-Anlage in China. Foto: STR (AFP)

Was hierzulande Energiewende genannt wird, ist ein globales Phänomen – mit wachsender Dynamik und mit China an der Spitze. Das geht aus dem am Mittwoch in der Internationalen Energieagentur (IEA) vorgelegten Report „Renewables 2017“ hervor. Der IEA wurde lange Zeit vorgeworfen, die Erneuerbaren zu unterschätzen. Immerhin betont IEA-Präsident Fatih Birol nun, dass die Photovoltaik am Beginn einer neuen Ära stehe, ein Wendepunkt sei erreicht.

China an der Spitze

Die Agentur geht zwar davon aus, dass Kohle in fünf Jahren bei der Stromerzeugung noch dominiert, sie hat ihre Prognosen für den Ausbau der Solarenergie aber deutlich nach oben geschraubt, vor allem wegen der massiven Kostenreduktion und der rasanten Entwicklungen in China. Birol geht davon aus, dass die Erzeugungskapazitäten der Erneuerbaren bis 2022 in jedem Fall um 43 Prozent steigen werden. Weitere 30 Prozent könnten hinzu kommen, wenn Regierungen Wachstumshemmnisse aus dem Weg räumen würden.

China ist indes das Zugpferd für die Erneuerbaren. In dem Riesenland werden nach den Hochrechnungen der IEA allein 40 Prozent des gesamten weltweiten Zubaus realisiert. Ein wesentlicher Treiber sei dabei, dass die kommunistische Regierung die Luftverschmutzung in vielen Metropolen bremsen wolle. Das habe dazu geführt, dass die Volksrepublik schon jetzt ihr für 2020 gestecktes Ziel bei der Solarenergie übertroffen habe. 2019 werde auch die auch Vorgabe für Windstrom vorzeitig erreicht.

Für Europa wird geringer Wachstum erwartet

Bei der Photovoltaik decke China allein heute schon die Hälfte der weltweiten Nachfrage ab. Sie wird weitgehend mittels heimischer Hersteller befriedigt. Denn die dortigen Produzenten fertigen 60 Prozent des globalen Outputs – viele Firmen werden von der Regierung direkt und indirekt massiv unterstützt. All das hat dazu geführt, dass Sonnenstrom immer günstiger wird. Laut IEA sind die Kosten für eine Kilowattstunde bis auf etwa drei Cent gesunken. Und das Ende dieser Entwicklung ist noch nicht erreicht.

Birol erwartet, dass die Kapazitäten der Erneuerbaren bis 2022 um etwa 1000 Gigawatt steigen werden. Das entspricht mehr als 800 Atomkraftwerken oder der Hälfte der derzeit installierten Leistung aller Kohlekraftwerke auf der Erde, die aber laut Birol in 80 Jahren aufgebaut wurden. Neben China werden nach den Prognosen der IEA die USA der weltweit zweitstärkste Wachstumsmarkt in der nächsten Halbdekade sein – trotz Präsident Trump. Das Land hat schlicht riesige Potenziale für die Nutzung der Sonnen- und der Windenergie.

Für Europa erwartet die Energieagentur hingegen eine deutlich geringere Wachstumsdynamik als in der Periode von 2011 bis 2016. Überkapazitäten wie in Deutschland, eine sinkende Nachfrage und Unsicherheiten bei den Ausbauzielen in einigen Ländern bedeuteten eine „Herausforderung für das Wachstum der Erneuerbaren“.

Gleichwohl, der Umbruch hat Folgen für die Struktur und die Profitabilität der Energiekonzerne. Das zeigt eine Untersuchung des US-Thinktanks „Insititute for Energy Economics and Financial Analysis“ (IEEFA) zu der Frage, wie die großen Energieversorger mit dem Umbruch zurechtkommen. In der Studie werden die Auswirkungen der globalen Energiewende auf Energiekonzerne in acht großen Industrie- und Schwellenländern untersucht, neben Deutschland sind das Italien, Frankreich, die USA, Südafrika, Japan, Indien und Australien.

Einige der elf untersuchten Energieversorger wie Enel in Italien und Next Era Energy in den USA sind demnach bereits gut für die Energiewende gerüstet, weil sie frühzeitig in Solar-Kraftwerke und Windparks eingestiegen sind. Eine zweite Gruppe, darunter die deutschen Stromkonzerne Eon und RWE, versuchten verspätet, doch noch mit der Energiewende zurechtzukommen, mussten aber starke Wertverluste hinnehmen und, wie bei den deutschen Unternehmen, sogar komplette Umstrukturierungen vornehmen – eine Aufspaltung oder auch Teilverkäufe.

Die schlechter bewerteten Energieunternehmen haben laut der Studie zwischen 2007 und 2016 insgesamt 185 Milliarden US-Dollar (157 Milliarden Euro) an Wert verloren. Allein in Europa wird die Höhe der Abschreibungen von Stromversorgungsunternehmen im Zeitraum 2010 bis 2016 auf bis zu 150 Milliarden Dollar (128 Milliarden Euro) geschätzt.

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