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Pflanzenfett Palmöl-Anbau soll nachhaltiger werden

Der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl reagiert auf die Kritik an den bisherigen Bedingungen für eine Zertifizierung von Firmen und verschärft seine Standards für den Anbau des Pflanzenfetts. Greenpeace zufolge greifen die neuen Kriterien jedoch zu kurz.

Knochenjob: Ernte auf einer Palmöl-Farm in Kuala Lumpur. Die Produktion von Palmöl, das unter anderem in Biosprit steckt, ist umstritten, denn für die Plantagen werden häufig Regenwald-Flächen gerodet. Foto: Reuters

Der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) hat seine Standards für den Anbau des Pflanzenfetts verschärft – und damit auch auf Kritik an den bisherigen Bedingungen für eine Zertifizierung von Firmen reagiert. Der neue Standard „RSPO next“ definiere erweiterte Kriterien, um den „Kampf gegen Entwaldung und Treibhausgas-Emissionen“ zu stärken, teilte RSPO mit.

Zu den neuen Richtlinien gehören unter anderem das Verbot von Entwaldung, des Anbaus auf Torfland und des Einsatzes des Pestizids Paraquat. Die Unternehmen müssen sich zudem auf die Einhaltung der Rechte von Kleinbauern verpflichten und die Nachverfolgbarkeit des Öls bis zur Plantage, auf der es produziert wurde, ermöglichen.

All das basiert aber auf Freiwilligkeit, wie RSPO betont. Mitgliedsunternehmen – wie etwa die Konsumgüterhersteller Nestle und Unilever – können mit „RSPO next“ über den bisherigen Standard hinausgehen. Um sich danach zertifizieren zu lassen, genügt bereits, dass auf 60 Prozent der Plantagen, von denen die Konzerne Palmöl beziehen, die zentralen RSPO-Kriterien erfüllt werden.

Menschenrechts- und Umweltorganisationen haben dem RSPO von Anfang an Greenwashing vorgeworfen und das Label als Etikettenschwindel kritisiert. „Es ist zunächst gut, wenn der RSPO nun erkannt hat, dass seine Kriterien nicht ausreichend waren“, sagte Gesche Jürgens, Palmöl-Expertin von Greenpeace, auf Anfrage. Aber auch der ergänzte Standard greife noch viel zu kurz. So fordere „RSPO next“ nicht einen wirklichen Stopp von Entwaldung, sondern nur eine ausgeglichene Kohlenstoffbilanz. Rodungen könnten durch Plantagen ausgeglichen werden. Auch das Verbot eines Anbaus auf Torfland genüge nicht. „Die Moore sind schon so trocken, dass es jetzt darum gehen muss, sie wieder zu vernässen“, sagte Jürgens.

Der RSPO wurde 2004 gegründet, um den Anbau nachhaltigen Palmöls zu fördern. Die Organisation vereint Mitglieder aus allen Sektoren der Palmölindustrie – von Plantagenbetreibern bis zu Einzelhändlern und Investoren.

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