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P+R P+R-Pleite versenkt Milliarden

51.000 Anleger betrifft die Pleite des Finanzdienstleisters. Der Marktführer steht nun unter Insolvenzverwaltung.

„Antoine de Saint Exupery“
Das größte Containerschiff, das je den Hamburger Hafen angelaufen hat: die „Antoine de Saint Exupery“ mit einer Tragfähigkeit von 20 600 Containern. Foto: Christian Charisius (dpa)

Wer am sogenannten Grauen Kapitalmarkt anlegt, geht oft ein hohes Risiko ein. Das führt derzeit der Fall des Pleite gegangenen Finanzdienstleisters P+R aus dem Münchner Nobelvorort Grünwald vor Augen, wo nun der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffe zu retten versucht, was noch zu retten ist. Das Schadenspotenzial beim Marktführer für Investments in Seecontainer ist enorm. 51 000 Anleger haben dort eine Milliardensumme angelegt. Experten sprechen von insgesamt 3,5 Milliarden Euro, die im Feuer stehen. Unklar ist, ob sich das im Rahmen eines normalen Anlegerrisikos abspielt oder ein Betrugsvorwurf erhoben werden kann. Jaffe schweigt zu diesem Punkt vorerst, hat aber in anderer Hinsicht Mitteilungsbedarf.

„Wir haben Verständnis für die schwierige Lage der Anleger, bitten aber zugleich darum Ruhe zu bewahren“, appelliert Jaffe an die Geschädigten. Denn bislang sind nur drei Unternehmen aus dem P+R-Firmengeflecht insolvent. Zwei weitere Schwesterfirmen und vor allem die zentrale Einheit in der Schweiz sind das aber nicht, was Hoffnungen nährt, das Schlimmste noch verhindern zu können. Dazu muss man wissen, wie das vermeintlich lukrative Geschäft funktioniert.

An den Schweizern hängt alle Hoffnung

Wer bei P+R eingestiegen ist, hat mit seinem Geld Frachtcontainer gekauft, die dann an Leasinggesellschaften oder Transportkonzerne vermietet wurden. Aus diesen Mieteinnahmen speist sich die Anlegern versprochene Rendite zu einem Teil. Nach drei bis fünf Jahren werden die Container zudem von P+R verkauft zu etwa zwei Dritteln ihres Anschaffungswerts. Zumindest ist das die Kalkulation gewesen. Mit der Pleite von Reedereien in den letzten Jahren ist dieses Modell mehr als wacklig geworden, trifft es doch auf eine am Boden liegende Nachfrage. Bei P+R ist zuletzt ein Großverkauf geplatzt. Noch läuft das vom Schweizer P+R-Ableger organisierte Vermietgeschäft aber. Sollten auch die Schweizer kollabieren sieht es wirklich düster aus. Dann könne man Container nur noch zum Schrottpreis verkaufen, warnt ein Insider.

Vor allem auch deshalb appelliert Jaffe an betroffene Anleger, nicht auf eigene Faust zu versuchen, ihre Container zu verwerten. Das mache weder wirtschaftlich Sinn, noch sei es voraussichtlich möglich. Andererseits setzt bei Pleiten erfahrungsgemäß ein Herdentrieb ein und alle wollen plötzlich gleichzeitig durch dieselbe Tür – zumal die Pleite von P+R nicht die erste ihrer Art ist. 2016 ist bereits der Containervermieter Magellan Maritime mit knapp 9000 Anlegern in die Insolvenz gegangen.

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