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Oxfam kritisiert Allianz Allianz für Nahrungsmittelspekulation in der Kritik

Ungeachtet heftiger Kritik beteiligen sich deutsche Banken und Versicherer massiv an umstrittenen Termingeschäften mit Nahrungsmitteln. Besonders engagiert sei der Münchner Versicherungskonzern Allianz. Der Konzern wies die Vorwürfe zurück.

09.05.2012 12:22
Foto: dpa

Die Hilfsorganisation Oxfam hat den weltgrößten Versicherer Allianz massiv für die Spekulation mit Nahrungsmittelrohstoffen kritisiert. Die Allianz spekuliere wie kein anderer deutscher Finanzkonzern mit Agrarrohstoffen, erklärte Oxfam am Dienstag. Eine Studie der Organisation zeige, dass deutsche Finanzkonzerne ein Sechstel des weltweit geschätzten Anlagevolumens in Nahrungsrohstoffen von insgesamt 68,8 Milliarden Euro hielten. Die Allianz nehme dabei den Spitzenplatz ein.

„Viele Studien beleuchten den Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelspekulation, Preisschwankungen und Hunger“, erklärte Oxfam-Experte Frank Braßel. Während Haushalte in Deutschland nur rund ein Zehntel ihres Einkommens für Nahrung ausgeben müssten, seien es in armen Ländern oft bis zu 80 Prozent.

Die Allianz müsse deswegen dem Beispiel anderer europäischer Banken folgen und aus der Nahrungsmittelspekulation aussteigen, forderte Oxfam. Bislang jedoch weise der Konzern diesen Vorschlag zurück. Neben der Allianz hielten aber auch die Deutsche Bank und deren Investmenttochter DWS sowie die Landesbank Baden-Württemberg und die Union Investment als Fondsgesellschaft der Genossenschaftsbanken hohe Anlagevolumina in Agrarrohstoffen.

Das Spiel mit steigenden Preisen

Nach Recherchen von Oxfam handelt der Versicherer wie kein zweites deutsches Unternehmen an Warenterminbörsen mit Nahrungsmitteln, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Mittwochausgabe. In fünf Fonds setze das Unternehmen demnach auf steigende Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse, insbesondere über die zum Konzern gehörende Kapitalanlage-Gesellschaft Pimco. Der Studie zufolge hatte die Allianz 2011 mehr als 6,2 Milliarden Euro in solche Fonds investiert, die Deutsche Bank knapp 4,6 Milliarden Euro. In einem globalen Markt, den Analysten auf rund 70 Milliarden Euro schätzen, kämen allein diese beiden Geldinstitute auf einen Anteil von rund 14 Prozent.

Solche Geschäfte trieben Nahrungspreise hoch und verschärften so Hungerkrisen, kritisiert Oxfam. „Menschen in armen Ländern geben bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus“, sagte Frank Braßel, Leiter der Oxfam-Kampagne, der Zeitung. Sie seien „den Preissprüngen durch die Spekulation mit Nahrungsmitteln schutzlos ausgeliefert“. Kritik an solchen Geschäften gibt es seit Monaten, zuletzt stand vor allem die Deutsche Bank im Vordergrund. Sie überprüft derzeit die Vorwürfe und will solange keine weiteren Anlageprodukte auf der Basis von Grundnahrungsmitteln auflegen.

Die Allianz wies die Vorwürfe zurück. Der Finanzkonzern investiere weniger als ein Prozent seiner Anlagen in Nahrungsmittelderivate. „Unsere Fonds setzen dabei nicht gezielt auf steigende Preise“, sagte ein Sprecher der Zeitung. An den Finanzmärkten lasse sich ja auch auf fallende Preise setzen. „Ein Ausstieg steht zurzeit nicht zur Debatte.“ (afp/dpa)

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