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Opel-Werk in Bochum Jubiläumsfeier in Bochum abgesagt

Die geplante Jubiläumsfeier am Opel-Werk in Bochum fällt aus. Wegen der Ankündigung, die Autoproduktion dort 2016 einzustellen, ging die Werksleitung von deutlich mehr als den ursprünglich anvisierten 15.000 Besuchern aus - das sei nicht mit dem Sicherheitskonzept vereinbar.

13.12.2012 11:46
Peter Dietz
Am Werk in Bochum soll es keine 50-Jahr-Feier geben. Foto: dpa

Das Opel-Management hat Angst vor der eigenen Belegschaft. Aus Sicherheitsgründen hat die Werksleitung in Bochum völlig unerwartet das für kommenden Samstag geplante Familienfest für die Belegschaft gekippt. Gefeiert werden sollte der 50. Geburtstag der Bochumer Fabrik – bis zu 12.000 Besucher wurden erwartet.
„Die Veranstaltung war als Familienfest beantragt und genehmigt. Angesichts der Diskussion um die Zukunft des Bochumer Fahrzeugbaus ist zu erwarten, dass die Veranstaltung einen anderen Charakter bekommt“, teilte Werksleiter Manfred Gellrich mit. Wegen erwarteter Proteste und Demonstrationen sei die Feier „unter den geplanten Sicherheitsaspekten nicht mehr möglich“. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit der Stadt Bochum getroffen worden.

Der Betriebsrat reagierte empört. Die Entscheidung, das Jubiläumsfest ausfallen zu lassen, zeige die „absolute Hilflosigkeit der Opel-Führung“, sagte Betriebsratschef Rainer Einenkel. Die Sicherheitsbedenken seien nur vorgeschoben. Die Konzernleitung habe offenbar Angst davor, dass bei dem Fest auf dem Werksgelände tausende Besucher ein Zeichen der Solidarität setzen würden, sagte Einenkel. Anfang nächsten Jahres werde es Protestveranstaltungen geben. Gewerkschaft und Belegschaft wollen weiter für den Erhalt der Fahrzeugfertigung im Ruhrgebiet kämpfen. Gefordert wird unter anderem die Produktionsverlagerung des Zukunftsmodells Mokka von Südkorea nach Bochum.

Keine Staatshilfe

Opel hatte am Montag angekündigt, die Bochumer Fabrik mit 3365 Beschäftigten dichtzumachen. Die Entscheidung begründete Interims-Chef Thomas Sedran mit dem dramatisch geschrumpften Automarkt in Westeuropa und den hohen Überkapazitäten in der gesamten Branche. Werde das Bochumer Werk dicht gemacht, stünden bis zu 43000 Jobs bei rund 100 Zulieferbetrieben in der Region auf der Kippe, sagte Sevim Dagdelen (Linke) bei einer Aktuellen Stunde zum Thema Opel im Bundestag. Das Ruhrgebiet drohe zur Elendszone zu werden. Dagdelen forderte den Erhalt der Autoproduktion in Bochum sowie eine Beschäftigungsgarantie für die Opelaner über das Jahr 2016 hinaus.

Politiker aller Parteien kritisierten die US-Konzernmutter General Motors (GM) scharf. Die Manager in Detroit hätten Versäumnisse in Markenpflege und Modellpolitik zu verantworten. Zudem sei Opel durch interne Exportverbote von Wachstumsmärkten wie Brasilien ferngehalten worden. GM habe sich für die deutsche Tochter nicht als Gaspedal, sondern als Handbremse erwiesen, sagte Matthias Heider (CDU).

Staatliche Hilfen indes schloss die Bundesregierung aus. Die Vergabe von Krediten und Bürgschaften sei aus beihilferechtlichen Gründen nicht möglich, sagte Ralf Brauksiepe (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Arbeitsministerium. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen forderte GM auf, betriebsbedingte Kündigungen am Standort Bochum auszuschließen.

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