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Opel Tina Müller verlässt Opel

„Umparken im Kopf“: Nun verlässt auch die erfolgreiche Marketingchefin den Rüsselsheimer Autobauer. PSA wird wohl künftig stärker aus Paris steuern. Eine Analyse.

Tina Müller
Tina Müller verlässt Opel. Foto: dpa

Umparken im Kopf.“ Der Slogan hat es inzwischen zu einer in allgemeinen Sprachgebrauch verankerten Redewendung geschafft. Tina Müller hat ihn zwar nicht erfunden, sondern eine Werbeagentur. Müller hat aber dafür gesorgt, dass Opel eine großangelegte und erfolgreiche Marketingkampagne mit „Umparken im Kopf“ auf die Beine stellte.

Sie selbst war das lebendige Beispiel für die Werbeaussage. Das Image von Opel war ob der Dauerkrise des Autobauers immer grauer, trauriger und depressiver geworden. Mit der äußerst selbstbewussten Marketingchefin Müller kamen Optimismus und gute Laune zurück, die sie in zahllosen Interviews und bei jeder Menge Fototerminen verkörperte. Jetzt hat die Managerin um die vorzeitige Auflösung ihres befristeten Vertrages gebeten. Opel wollte am Dienstag die Personalie nicht kommentieren.

Müller kam 2012 zu Opel, jetzt geht mit ihr der zweite maßgebliche Akteur, der zumindest zwischenzeitlich für einen Aufschwung der traditionsreichen Marke aus Rüsselsheim gesorgt hat. Vor einigen Wochen hatte schon Vorstandschef Karl-Thomas Neumann den Rückzug angetreten. Grund für die Abgänge: Die Übernahme durch den französischen PSA-Konzern mit seinen Marken Peugeot, Citroen und DS. Die Kündigung der 49-Jährigen war in der Branche erwartet worden. Gleichwohl bewerten Experten dies als ein weiteres Indiz dafür, dass bei Opel gewaltige Veränderungen bevorstehen, die massiv die bisherige Teil-Autonomie einschränken dürfte. Genauer: Dass unter anderem auch die Verkaufs- und Werbestrategien der deutschen Marke und ihrer britischen Schwester Vauxhall künftig nicht mehr vom Stammsitz in Rüsselsheim aus gesteuert werden, sondern von Paris, wo PSA zu Hause ist.

Müllers neue Pläne

Da war für die überaus ehrgeizige Tina Müller kein Platz mehr. In so einer Situation gehen Manager dann lieber selber, als darauf zu warten, dass sie gefeuert werden. Zumal der Schwung zuletzt deutlich nachgelassen hatte. Neumann und Müller schafften es nicht, den Autobauer bis Ende 2016 aus den roten Zahlen zu bringen, was der frühere Eigner General Motors als Ziel vorgegeben hatte.

Indes, wie es konkret bei Opel weitergeht, soll Anfang November bekannt gegeben werden. Der Deal zum Kauf des Autobauers war überraschend schnell am 1. August besiegelt worden. An diesem Tag begann eine 100-Tage-Frist, die PSA-Chef Carlos Tavares dem Opel-Management gegeben hat, um einen Sanierungsplan auf die Beine zu stellen. Wobei der Führungsriege inzwischen einige Manager angehören, die aus Paris ins Hessische geschickt wurden und die auch gleich Schlüsselpositionen übernahmen. Die Mission des neuen Managements: Das Unternehmen soll so aufgestellt werden, dass es in drei Jahren die Gewinnschwelle erreicht und 2026 mit jedem eingenommenen Hunderter einen Gewinn von sechs Euro erwirtschaftet. Insider bezweifeln, dass dies ohne massive Einschnitte beim Personal möglich ist.

Tina Müller hat sich offenbar schon neu orientiert, was zu ihrem Marketingtalent passt. Sie wolle schon bald den Vorstandsvorsitz eines deutschen Konzerns übernehmen, berichtet das „Handelsblatt“. Gut möglich, dass sie in die Konsumgüterbranche zurückkehrt – vor ihrem Opel-Job verdiente sie bei Henkel ihr Geld.

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