Lade Inhalte...

Opel in Rüsselsheim „Opel ist in einer dramatischen Lage“

Der PSA-Chef nimmt kein Blatt vor den Mund: Bei Opel muss sich ganz dringend und sehr schnell etwas ändern.

09.11.2017 10:55
Carlos Tavares
PSA-Chef Carlos Tavares spricht die Probleme von Opel klar an. Foto: afp

Klare Worte: „Opel ist in einer dramatischen Lage - es darf keine Zeit verschwendet werden“, sagt der  PSA-Chef Carlos Tavares heute in Rüsselsheim. Opel sei derzeit nicht in der Lage, die Grenzwerte für Kohlendioxid in der EU für 2021 von 95 Gramm je Kilometer einzuhalten und stünde vor Strafzahlungen, sagte der Manager.

Erst am Mittwoch hatte die EU-Kommission eine weitere Verschärfung der CO2-Grenzwerte bis 2030 angekündigt, um die Autobauer zu mehr Klimaschutz zu zwingen. Wenn bei Opel nichts passiere, werde sich die Situation verschlimmern, warnte Tavares.

Dabei werde das Management auch nicht vor unpopulären Entscheidungen zurückschrecken. „Die Entscheidungen sind nicht leicht, und einige sind auch nicht beliebt. Die Zukunft wird zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Tavares.  Doch am Ende könne Opel dadurch ein gesundes Unternehmen mit eigener Investitionskraft werden. Die unbeliebten Anführer von heute werden die Helden von morgen sein, sagte der PSA-Chef.  

„Opel wird global“

Unter Führung der französischen Muttergesellschaft PSA Peugeot Citroen darf Opel nun neue Märkte erobern. Bis 2022 werde der Autobauer auf mehr als 20 weiteren Exportmärkten tätig sein, kündigte der neue Opel-Chef Michael Lohscheller am Donnerstag in Rüsselsheim an, wo er den mit Spannung erwarteten Zukunftsplan präsentierte. „Opel wird global werden – endlich.“ Die frühere amerikanische Opel-Mutter General Motors hatte die Rüsselsheimer dagegen auf Europa beschränkt und damit wichtiger Wachstumschancen beraubt. 

Keine betriebsbedingten Kündigungen

In Sachen Stellenabbau hielt sich Lohscheller bedeckt: „Wir wollen unsere Ziele ohne Werksschließung und ohne betriebsbedingte Kündigungen erreichen.“ Die Lohnkosten müssten dennoch sinken, zum Beispiel über Altersteilzeit oder Abfindungsprogramme.  

Mit Einsparungen nach dem Vorbild von Peugeot Citroen will Opel nun profitabel werden. „Wir werden jeden Stein umdrehen, um Kosten zu senken“, sagte Lohscheller. So sollen etwa so viele Fahrzeuge wie möglich auf gemeinsamen Plattformen mit Peugeot produziert werden.

In drei Jahren in die Gewinnzone

Das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim soll die Führung für die künftigen Opel-Vauxhall-Modelle behalten. „Opel wird eine echte deutsche Marke bleiben“, sagte Lohscheller. Von diesem Image will der Autobauer künftig auch außerhalb Europas profitieren. Bis Mitte des kommenden Jahrzehnts will Opel mehr als zehn Prozent des Absatzes mit Exporten machen.

Bis 2020 seien neun neue Modelle geplant: So etwa der Opel Combo 2018 und der neue Corsa 2019. Der Kleinwagen soll auch als reines Elektroauto gebaut werden. Zudem will der Autobauer höhere Preise durchsetzen.

Der neue Opel-Chef bekräftigte zudem die Renditeziele, die ihm Peugeot vorgegeben hatte. Demnach soll Opel binnen drei Jahren in die Gewinnzone geführt werden und ab 2020 eine Marge von zwei Prozent erzielen. Bis 2026 sollen es sechs Prozent Rendite sein. Lohscheller rechnet durch den gemeinsamen Konzern mit jährlichen Kostenvorteilen von 1,1 Milliarden Euro bis 2020 und 1,7 Milliarden bis 2026.  (rtr/FR)

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum