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Opel Gezielte Eskalation

Gewerkschaftler und Opel-Management müssen kapieren: Gangbar ist nur ein Weg mit vorübergehendem Lohnverzicht, ohne aus dem Flächentarif auszusteigen. Der Kommentar.

Carlos Tavares
Hat einen ambitionierten Sanierungsplan für Opel: Carlos Tavares, Chef der französischen Opel-Mutter PSA. Foto: afp

In den Verhandlungen über die Zukunft von Opel haben beide Seiten viel zu verlieren. Der Chef der französischen Opel-Mutter PSA, Carlos Tavares, hat einen extrem ambitionierten Sanierungsplan vorgelegt. Schon in zwei Jahren soll der Autobauer wieder Gewinne machen.

Der Plan einer Blitz-Gesundung war die zentrale Bedingung für die Übernahme – es wäre für die Franzosen sonst billiger geworden, dem geschwächten deutschen Autobauer mit ihren Marken Peugeot und Citroën einfach immer mehr Marktanteile wegzunehmen.

Die Gewerkschafter haben viel zu verlieren, weil eine Aufweichung des Flächentarifs in der Metall- und Elektroindustrie durch Opel wohl nicht mehr einzufangen wäre. Deshalb haben sie jetzt gegen Opel-Chef Michael Lohscheller durchgesetzt, dass die im Januar erstrittene Gehaltserhöhung ausgezahlt wird.

Was jetzt passiert, ist eine gezielte Eskalation. Nach ergebnislosen Verhandlungen hat Lohscheller mitgeteilt, dass die Entscheidung über ein neues Fahrzeug für das hochgradig gefährdete Werk in Eisenach auf Eis gelegt wird. Das war zu erwarten, soll den Druck auf Betriebsrat und IG Metall erhöhen.

Genau das passiert auch: Der Zeitplan für das neue kompakte SUV des Konzerns kann nur eingehalten werden, wenn in den nächsten Wochen eine Entscheidung über den Standort für seine Fertigung fällt. Beide Seiten müssen sich schnell einigen. Gangbar ist nur ein Weg mit vorübergehendem Lohnverzicht, ohne aus dem Flächentarif auszusteigen. Das müssen beide Seiten nun kapieren.

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