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Onlinehandel Amazon will Nike Konkurrenz machen

Amazon will angeblich ins Geschäft mit Sportbekleidung einsteigen, mit Herstellern aus Taiwan als Partner. Das Unternehmen selbst äußert sich nicht.

Amazon
Amazon ist längst nicht mehr bloß im Versandgeschäft tätig. Foto: Brynn Anderson (AP)

Unterwäsche, Kosmetika, Küchengeräte, Zubehör für fast alles: Amazon ist längst nicht mehr bloß im Versandgeschäft tätig, sondern lässt auch selbst Waren herstellen. Die Liste der oft unbekannten Eigenmarken ist schon lang. Jetzt will der US-Handelskonzern Brancheninsidern zufolge eine neue Modelinie für Sportbekleidung an den Markt bringen und damit einen weiteren weißen Fleck in seinem Sortiment schließen. Amazon selbst wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Amazon kann sich mit eigenen Produkten unabhängiger von etablierten Sportmodefirmen wie Adidas, Puma oder Nike machen. Sollten diese Firmen ihre Shirts, Hosen oder Schuhe nicht mehr über Amazon vertreiben wollen, fehlen dem Versandhaus hier möglicherweise reihenweise Waren. Mit eigenen, exklusiven Angeboten könnte Amazon diese potenzielle Lücke schließen. 

Für seine Expansion in den Sportmodebereich soll Amazon mit Makalot Industrial und Eclat Textile zwei Firmen aus Taiwan ins Boot geholt haben, wie der Wirtschaftsdienst Bloomberg berichtet. Die beiden Hersteller haben schon Kollektionen für namhafte Sportmodemarken wie Nike, Uniqlo und Under Armour produziert. 

Erste Waren für Amazon sollen in Asien bereits angefertigt und nach Europa verschifft worden sein, heißt es aus Branchenkreisen. Die etablierten Sportartikelhersteller geraten damit wohl unter Druck. Die Aktien von großen nordamerikanischen Marken wie Lululemon und Under Armour verloren nach der Ankündigung bis zu fünf Prozent ihres Werts.

Amazon probiert es einfach aus

Amazon steigt mit der Sporttextilbranche in einen hoch umkämpften Markt ein, in dem der Qualitäts- und Preisdruck der Platzhirsche enorm ist. „Die großen Firmen haben einen Qualitätsvorsprung“, sagt Nicole Espay, Geschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Sportartikel-Industrie (BSI). Den müsse Amazon erst einmal aufholen. Zusätzliche Player wie etwa das Einzelhandelsunternehmen Tchibo oder der Discounter Aldi, die seit Jahren Sportbekleidung herstellen, seien zusätzliche Konkurrenz, so Espay weiter. 

„Der Sportbekleidungsmarkt ist nicht einfach zu erobern“. Aber Amazon gehe den Schritt, „weil sie es einfach können“. Sie probierten es einfach aus. Wenn das Unternehmen in der Branche erfolgreich sein sollte, so schätzt Espay die Pläne ein, werde es dort weitermachen, andernfalls wohl die Sparte zeitnah wieder verlassen. 

Der Bereich der Sportbekleidung ist nicht der erste, in dem Amazon selbst als Produzent tätig wird. Seit Jahren betreibt der US-Versandkonzern Eigenmarken in verschiedenen Branchen. Elektronik, Möbel, Haushaltswaren, selbst Lebensmittel, werden exklusiv auf der Amazon-Webseite verkauft. 

Auf dem europäischen Markt ist das Unternehmen bereits mit mehreren Modelinien vertreten. Im September brachte der Internetriese in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien seine Fashion-Marke „Find“ mit einer Kollektion von 500 Teilen an den Start. Weitere, bislang eher kleine Eigenmarken im Bekleidungssektor sind „Goodthreads“ und „Paris Sunday“.

Gängiger sind dagegen die Produkte, die das Unternehmen unter der Eigenmarke „Amazon Basics“ verkauft. Dies sind meist kleine Haushaltsartikel wie Handtücher, Geschirr oder auch Glühlampen.

In den USA ist Amazon ein noch deutlich größerer Player in verschiedenen Bereichen. Hinter insgesamt 800 Eigenmarken, die beim dortigen Marken- und Patentamt eingetragen sind, rechnete ein US-Magazin unlängst vor, verbirgt sich der Versandhändler. Darunter sind viele Wäsche- und Modelabels wie Arabella, James & Erin oder North Eleven für verschiedene Zielgruppen.

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