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Ölkonzern BP zahlt Ölpest-Opfern Milliarden

Fast zwei Jahre ist die schlimmste Ölpest in der Geschichte mittlerweile her. Nun hat sich der britische Konzern BP mit privaten Klägern auf eine Entschädigung von 7,8 Milliarden Dollar geeinigt. Dem Konzern drohen dennoch weitere Klagen.

Zehntausende von Seevögeln verendeten in der Ölpest. Foto: DAPD/Charlie Riedel

Fast zwei Jahre nach einer der weltweit größten Ölkatastrophen hat sich der britische Konzern BP mit privaten Klägern in den USA gütlich auf eine Entschädigung in Milliardenhöhe geeinigt. Mit der Einigung entgeht das Unternehmen zumindest einem Gerichtsverfahren, das sein Image noch weiter beschädigen würde.

Wie BP und Klägervertreter jetzt mitteilten, sollen mehrere hunderttausend Geschädigte insgesamt 7,8 Milliarden Dollar (etwa 5,9 Milliarden Euro) erhalten. Ein Gericht muss die Einigung noch bestätigen. Das dürfte aber lediglich Formsache sein. Der Prozess gegen BP vor dem Bezirksgericht von New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana, der am Montag hätte beginnen sollen, wurde kurz nach Bekanntwerden der Einigung auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben.

Am 20. April 2010 war im Golf von Mexiko die BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ explodiert. Dabei starben elf Menschen. Während der schlimmsten Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten flossen 87 Tage lang insgesamt fast 800 Millionen Liter Rohöl ins Meer, weil das Bohrloch zunächst nicht verschlossen werden konnte. Ein etwa 900 Kilometer langer Küstenstreifen in Louisiana, Florida, Alabama, Texas und Mississippi wurde verschmutzt. Tausende von Fischern, Krabbenzüchtern und Betreibern von Urlaubsquartieren verloren ihre Existenzgrundlage.

Anwälte zeigen sich zufrieden

Die jetzt erreichte Einigung wurde von beiden Seiten positiv kommentiert. Anwälte der Kläger erklärten, der „größtmöglichen Anzahl von Menschen werde das größtmöglich Gute“ getan. Die Opfer der Ölpest erhielten nun ihre Verluste viel schneller ersetzt als in früheren Fällen. Die Entschädigungsprozedur etwa nach der Exxon-Valdez-Katastrophe im Jahr 1989 vor der Küste von Alaska habe sich deutlich länger hingezogen.

BP-Chef Bob Dudley erklärte, sein Unternehmen habe sich von Anfang an bemüht, seine Verpflichtungen gegenüber den Anwohnern am Golf von Mexiko zu erfüllen. Das nun getroffene Abkommen sei das Ergebnis von fast zwei Jahren harter Arbeit.

BP schätzt die Gesamtkosten für die Bewältigung der Explosionsfolgen auf der „Deepwater Horizon“ auf etwa 41 Milliarden Dollar. Der britische Ölkonzern hat einen Entschädigungsfonds von 20 Milliarden Dollar aufgelegt und daraus bereits acht Milliarden Dollar an Betroffene ausgezahlt. Die nun vereinbarte Entschädigungssumme von ebenfalls knapp acht Milliarden Dollar soll auch aus diesem Fonds kommen.

Die Einigung mit den Privatklägern dürfte BP ein aufwändiges Gerichtsverfahren ersparen, das auf mindestens vier Jahre angelegt war. Nicht vom Tisch sind damit allerdings Klagen der US-Bundesregierung und der fünf von der Ölpest betroffenen US-Bundesstaaten gegen das Unternehmen. Garrett Graves, der Bevollmächtigte des Staates Louisiana für die Aufarbeitung der Katastrophe, machte in der Zeitung „The Times-Picayune“ bereits deutlich, dass er vorerst nicht daran denke, auf einen Prozess zu verzichten. „Es ist ziemlich klar, dass BP annimmt, über dem Gesetz zu stehen“, sagte Graves.

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