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Nafta Für Donald Trump „eine große Sache“

Die USA und Mexiko verständigen sich auf eine Neufassung des Nafta-Abkommens. Es fehlt nur noch Kanada. Donald Trump braucht die Zustimmung Justin Trudeaus - am besten vor November.

Nafta
US-Präsident Donald Trump spricht am Telefon im Oval Office mit Mexikos Präsident Pena Nieto über den neuen Handelsdeal, der nicht mehr Nafta heißen soll. Foto: dpa

Der Auftakt verlief ein bisschen holprig. „Enrique?“, rief Donald Trump in das Telefon auf seinem Schreibtisch. Dutzende Kameras im Oval Office verfolgten das Geschehen. Doch die Leitung war tot. „Wie geht es Ihnen? Das ist eine große Sache“, schwärmte er und mahnte: „Viele Menschen hier warten.“ Doch man hörte keine Reaktion. „Hellooooo“, fragte Trump nun ungeduldig: „Können Sie ihn bitte durchstellen? Das würde helfen!“ Und wieder: „Helloooo?“

Nach einer kabarettreifen Minute stand dann endlich die Verbindung zwischen dem US-amerikanischen Präsidenten und seinem mexikanischen Amtskollegen Enrique Peña Nieto und beide Politiker konnten eine „fantastische Neuigkeit“ verkünden: Nach monatelangen, spannungsgeladenen Verhandlungen und massiven Drohungen Washingtons habe man sich nun grundsätzlich auf eine Neufassung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta geeinigt, hieß es.

Die Märkte registrierten die Übereinkunft am Dienstag mit Erleichterung und Kursaufschlägen, obwohl noch zahlreiche Fragen offen sind.

„Trumps symbolischer Sieg (bei Nafta) ist auf jeden Fall einem Pyrrhussieg im Handelskrieg vorzuziehen“, kommentierte das „Wall Street Journal“.

Das 1994 geschlossene Nafta-Abkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada ist eines der größten Freihandelsabkommen der Welt. Obwohl davon amerikanische Im- und Exporte im Wert von 1,3 Billionen Dollar (rund 1,1 Billionen Euro) betroffen sind, hat Trump den Vertrag immer wieder attackiert und mit seiner Kündigung gedroht. Er verhängte gegen beide Nachbarländer Stahl- und Aluminiumzölle und warnte vor der Einführung von Autozöllen.

Nun hat sich Trump zunächst nur mit Mexiko über eine Neufassung des Abkommens geeinigt. Das Land verkauft 80 Prozent seiner Exporte über die nördliche Grenze und ist daher besonders von den USA abhängig.

Trump konnte in kleineren Punkten Verbesserungen in seinem Sinne durchsetzen: So müssen künftig 75 Prozent (statt bislang 62,5 Prozent) des Wertes eines importierten Autos in den USA gefertigt werden und 45 (statt 40) Prozent der Teile müssen von Arbeitern montiert werden, die mindestens 16 Dollar in der Stunde verdienen – eine Forderung der US-Gewerkschaften. Hingegen soll das Abkommen entgegen der amerikanischen Forderung nach einer fünfjährigen Befristung nun 16 Jahre gelten.

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