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Nachlass Das Erbe aufspüren

Was es bei der Regelung des Nachlasses von Verwandten zu beachten gilt.

Kranz mit Schleife an einem Grab *** Wreath with bow on a grave
Wie und wo können Hinterbliebene Informationen über ihr Erbe bekommen? Foto: imago

Der Verlust eines Menschen stellt im Leben der Angehörigen und Freunde eine große Zäsur dar. Wer erbberechtigt ist, muss sich in den ersten Wochen nach dem Tod auch um viele administrative und juristische Themen kümmern. Was Besitz und Vermögen eines Menschen ist, lässt sich häufig nur herausfinden, wenn der Erbe oder die Erbin ein Testament oder besser noch den vom Gericht ausgestellten Erbschein in den Händen hält. Behörden und Finanzinstitutionen geben Privatpersonen nämlich nicht ohne weiteres Auskunft, wenn ein Angehöriger dort vorstellig wird. Doch Aufklärung tut Not, denn viele Verträge und Verpflichtungen laufen nach dem Tod weiter.

Konten: Egal ob Sparkasse, Volksbank oder Privatbank – jede Bank benötigt eine separate Anfrage, ob ein Konto vorliegt und wie viel Geld dort vorhanden ist. Allerdings gibt es zentrale Anlaufstellen der unterschiedlichen Kreditinstitute.

So hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband eine Mailadresse eingerichtet: nachforschung@dsgv.de. Damit die Anfrage bearbeitet wird, muss eine Kopie des Erbscheins oder Testaments mitgesandt werden. Außerdem muss die eigene Anschrift sowie der letzte Wohnort des Verstorbenen mit kompletter Anschrift genannt werden. Der Verband leitet die Anfrage dann an den zuständigen Regionalverband weiter. Dieser meldet sich beim Antragsteller direkt.

Die Volks- und Raiffeisenbanken bieten einen ähnlichen Service an. Auf der Website bvr.de/Service/Kontonachforschung kann man sich informieren. Hier wird darauf hingewiesen, dass nur konkrete Anhaltspunkte dafür, dass Vermögenswerte bei Volks- und Raiffeisenbanken vorhanden sind, eine Nachforschung erlauben. Diese wird nur in einem geografisch abgegrenzten Bereich durchgeführt, also nicht bundesweit. Für die Recherche können eventuell Kosten anfallen.

Die Privatbanken, wie Commerzbank oder Deutsche Bank, haben sich im Bundesverband deutscher Banken zusammengeschlossen. Wer seinen Nachlass hier vermutet, kann sich an den Bankenverband wenden. „Wir suchen in drei Bundesländern, wenn es dort Anhaltspunkte gibt“, sagt Sprecherin Kerstin Altendorf. Sie empfiehlt, sich per Mail an bankenverband@bdb.de zu wenden. Die Regionalverbände bearbeiten entsprechende Anfragen weiter.

Konten in der Schweiz können über eine zentrale Stelle ermittelt werden: den Bankenombudsmann (bankingombudsman.ch). Er kann helfen, wenn Geld in der Alpenrepublik vermutet wird, ohne dass die Erbberechtigten die Bank kennen. Auch sogenannte Nummernkonten können darüber ermittelt werden.

In Luxemburg gibt es ebenfalls eine Anlaufstelle. Die Luxemburger Bankenvereinigung bietet eine englischsprachige Website „tracing assets after death“ an (abbl.lu). Ein Erbschein ist Voraussetzung für die Recherche, außerdem ein Personalausweis, die Sterbeurkunde und ein Hinweis auf das Vermögen in Luxemburg.

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