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Nachhaltigkeit Jetzt müssen Taten folgen!

Der Kampf gegen den Klimawandel braucht ein radikales Umdenken

16.06.2016 11:49
Nannette Lindenberg

Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große, die man plant.“ Die Aussage des US-Politikers George Marshall trifft für die Bekämpfung des Klimawandels den Nagel auf den Kopf. Während der Bonner Vorverhandlungen zur nächsten UN-Klimakonferenz wurde Ende Mai wieder viel über das historische Klimaabkommen von Paris diskutiert. Dieses Abkommen muss zweifellos weiter konkretisiert und die Durchführung geplant werden. Vor lauter Diplomatie und Bürokratie darf aber nicht vergessen werden, dass nun auch Taten folgen müssen, wenn der Traum des erfolgreichen Kampfes gegen den Klimawandel nicht wie eine Seifenblase zerplatzen soll.

Die weltweite Transformation zur Nachhaltigkeit kann nicht ohne eine konsequente Einbindung der Privat- und Finanzwirtschaft gelingen. Tatsächlich haben sich ihre Vertreter bei den Pariser Verhandlungen sehr engagiert gezeigt. Überraschend ist dies nicht. Der Kern ihres täglichen Geschäfts ist es, Geld zu verdienen. Gilt es als sicher, dass die Zukunft in grünen Geschäftsmodellen liegt, so ist es ihr ureigenstes Interesse, sich umzuorientieren. Allerdings braucht die Finanz- und Privatwirtschaft nun das klare Signal, dass das Pariser Abkommen tatsächlich ein neues Wirtschaftszeitalter eingeläutet hat.

In weniger als einem halben Jahr findet die nächste Klimakonferenz in Marrakesch statt. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, müssen die Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft nun – parallel zu den diplomatischen Prozessen – einen Schritt weiter gehen. Die Welt braucht Mut, um konkrete Projekte anzustoßen, bevor sie in Perfektion durchgeplant und in allen Ressorts abgestimmt sind, ein radikales Umdenken, um voneinander zu lernen, insbesondere auch von den Entwicklungsländern, in denen oft innovativere und pragmatischere Lösungen entwickelt werden.

Regierungen müssen weltweit unter Beweis stellen, dass es kein Zurück mehr gibt, dass die Abkopplung unserer Wirtschaftsmodelle vom Kohlenstoff unumstößlich ist. Deutschland plant derzeit die kommende deutsche G20-Präsidentschaft. Es wäre ein Leichtes, die Einführung eines globalen Kohlenstoffpreises oben auf die Agenda zu setzen. Ein derartig deutliches Zeichen würde allen Akteuren die Gewissheit geben, dass das gefeierte Abkommen von Paris nicht nur Schall und Rauch ist.

Die Autorin ist Expertin für Weltwirtschaft und Entwicklungsfinanzierung am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE).

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