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Mobilität Smarte Städte schaffen

Auf der CES wird darüber getüftelt, wie neue Technologien das Leben besser machen können.

CES 2018
CES 2018: Bosch setzt auf das Geschäft mit der smarten Stadt. Foto: Robert Bosch GmbH

Ausgerechnet Bosch hat auf der Computermesse CES in Las Vegas ein Gerät vorgestellt, das helfen soll die Luftqualität in Städten zu verbessern. Das ist bemerkenswert, da die Schummelsoftware, die Volkswagen bei Dieselmotoren eingesetzt hat, von dem Stuttgarter Zulieferer kam – und damit haben Millionen von Autos in Städten erheblich mehr giftige Stickoxide in die Luft geblasen, als erlaubt ist.

Jetzt also Climo. Bosch präsentiert auf der CES ein gemeinsam mit dem Chipgiganten Intel entwickeltes Gerät, das die Größe von zwei Schuhkartons hat. Es misst unter anderem den CO2- und Stickoxidgehalt der Luft, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Der Clou dabei: Die Climo-Kiste ist „hundertmal kleiner als herkömmliche Systeme“ und kostet dabei nur ein Zehntel.

Megathema Metropolen

Warum machen die Leute von Bosch so etwas? Weil die Manager Metropolen als Megathema entdeckt haben. Und es ist kein Zufall, dass der Zulieferer Continental sich strategisch in die gleiche Richtung bewegt und mit teilweise gleichlautenden Argumenten auf der CES auftritt – das Wichtigste: Um das Jahr 2050 herum werden zwei Drittel der Weltbevölkerung in Ballungsräumen leben. Der städtische Verkehr wird bis dahin um mindestens ein Drittel wachsen. Dafür braucht es Lösungen.

Der neue Ford-Chef Jim Hackett sagte in einer Keynote auf der CES, dass es nun an uns sei, die Straßen für das städtische Leben zurückzuerobern. Mit künstlicher Intelligenz, autonomen und vernetzten Fahrzeugen gebe es die Werkzeuge um Mobilität neu zu definieren. Parken, der Fluss des Verkehrs und die Belieferung mit Waren könnten massiv verbessert werden. Zwar wisse man noch nicht genau, wie mit den neuen Technologien der Leben der Menschen besser werde. Aber zu diesem Weg gebe es keine Alternative, denn das alte System funktioniere nicht mehr.

Conti-Chef Elmar Degenhart präsentierte indes in Las Vegas – allerdings nur im Video – schon mal einen vollautomatischen, elektrischen Zweisitzer, der helfen soll Lärm, dreckige Luft und Verkehrsprobleme zu verringern. Das Auto soll wie ein öffentliches Verkehrsmittel genutzt werden, einzelne Fahrzeuge können sich zu Gruppen zusammenschließen, um mit kurzem Abstand über Busspuren zu surren.

Bosch geht noch ein Stück weiter. „Smart City“ heißt das Schlagwort. Das sei lange eine Vision gewesen. „Wir verhelfen ihr jetzt zur Realität“, sagte Stefan Hartung, Mitglied der Bosch-Geschäftsführung, in Las Vegas. Der Markt für die dazu gehörigen Technologien wächst nach einer von den Stuttgartern in Auftrag gegebenen Studie jährlich um 19 Prozent und wird 2020 ein Volumen von etwa 680 Milliarden Euro weltweit erreichen.

Die Autobranche legt den Fokus auf Elektromobilität

Alle Autobauer und großen IT-Konzerne befassen sich derzeit mit Lösungen für die Kommunen. Dort wird unter anderem über die Zukunft des Automobils entschieden. So geht es insbesondere darum, den städtischen Individualverkehr zu retten. Allen Experten ist klar, dass es so nicht weitergehen kann. Fachleute vom Deutschen Institut für Urbanistik sind davon überzeugt, dass die wichtigste Aufgabe in der Stadtentwicklung die Reduzierung des motorisierten Verkehrs ist. Ebenso wie Umweltschützer fordern Stadtplaner den Rad- und Fußgängerverkehr und die öffentlichen Verkehrsmittel massiv zu stärken.

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