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Mietpreise Frankfurt ist ein teures Pflaster

In Frankfurt sind Immobilien heiß begehrt. Das treibt Mieten und Kaufpreise in die Höhe. Frankfurt ist mittlerweile die zweitteuerste Stadt in Deutschland.

03.04.2012 19:04
Peter Dietz
Es wird investiert in Frankfurt. Viele Anleger sehen Immobilien als sicherere Alternative zu Aktien und Währungen. Foto: dpa

Immobilien bleiben bei Anlegern gefragt. Das treibt die ohnehin schon hohen Preise weiter nach oben – sowohl bei gewerblich wie bei privat genutzten Häusern. Dabei ist Frankfurt nach München das zweitteuerste Pflaster der Republik.

Bis zu 300 Euro pro Quadratmeter müssen etwa Einzelhändler in den Toplagen der Bankenmetropole hinlegen. Vor allem internationale Filialisten entdecken die Zeil für sich. Textil-Ketten wie Hollister erkennen dort die Chance, sich einer breiten und kaufkräftigen Kundschaft zu präsentieren. Denn zum einen ist die Einkaufsmeile stark frequentiert, zum andern lockt Frankfurt immer mehr Touristen an.

Spitze sind auch die Mieten fürs gemeine Volk. 11,70 Euro kostet der Quadratmeter kalt in einer höherwertig ausgestatten Wohnung. Nur München ist im Schnitt noch teurer; dort kostet der Quadratmeter Wohnfläche fast 13 Euro. In den vergangenen fünf Jahren sind die Mieten in beiden Städten um etwa 15 Prozent gestiegen, hat das Maklerunternehmen Aengevelt ermittelt. Und sie werden weiter steigen. Die Bevölkerung in Frankfurt wächst, das Angebot an Wohnungen aber bleibt knapp. Unterm Strich gibt es zu wenig Raum für die derzeit 370.800 Privathaushalte;

Aengevelt hat ein Defizit von etwa 19.000 Wohnungen ausgemacht. Wer kaufen will, muss viel Geld mitbringen – und Glück haben. Denn der Markt ist leer gekauft. Viele Anleger haben im Zuge der Euro-Krise eine sichere Kapitalanlage gesucht und sich für Immobilien entschieden. So stieg der mittlere Kaufpreis für Wohnhäuser in Frankfurt im vergangenen Jahr auf 1,3 Millionen Euro; das sind drei Prozent mehr als 2010.

Während Wohnraum heiß begehrt ist, stehen zahlreiche Bürohäuser in der Stadt seit Jahren leer. Zurzeit sind rund 1,8 Millionen Quadratmeter Bürofläche in der Bankenstadt nicht dauerhaft vermietet. Das entspricht einem Areal von 250 Fußballfeldern.

Auf Marktleichen wartet die Abrissbirne

Etwa die Hälfte der leerstehenden Büros sind nur noch schwer zu vermieten, da sie schlicht zu alt sind und nicht mehr den Anforderungen der Mieter entsprechen. Und 15 Prozent der ungenutzten Immobilien seien „Marktleichen“, für die „nur noch die Abrissbirne“ bleibe, sagt Wulff Aengevelt, Leiter der Frankfurter Niederlassung. Zwar werden immer mehr Büros in Hotels und Studentenwohnheime umgenutzt. Doch auch das ist teuer.

Schon seit neun Jahren schiebt Frankfurt den gigantischen Leerstand vor sich her, weil in den vergangenen Jahren hoch spekulativ gebaut wurde. Allein in den Jahren 2002 und 2003 entstanden knapp 1,2 Millionen Quadratmeter Bürofläche, wobei oft kein einziger Raum vorvermietet war.

Mit einer Leerstandsquote von vierzehn Prozent ist Frankfurt absolute Spitze in der Hitliste der sieben großen Immobilien-Metropolen Deutschlands. Zum Vergleich: In Berlin liegt der Wert unter neun, in Hamburg bei acht Prozent. Während Berlin vom hohen Anteil der krisen-unempfindlichen staatlichen Mieter profitiert, hängt der Immobilienmarkt in Frankfurt wie in keiner anderen deutschen Stadt an den Banken. Und die sind selbst vorsichtig geworden; Bauspekulanten bekommen derzeit kaum Kredit. Finanziert werden nur noch Bürohäuser, die mindestens zu 60 Prozent vorvermietet sind.

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