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Messebericht Schuhe als Tarnung

Wer sich im Großstadtdschungel bewegt, sollte auf seine Tarnung achten. Zumindest, wenn es den Schuhdesignern nach geht, bleiben Clogs und Espadrilles schlammfarben.

23.08.2010 19:23
Evelyn Binder
Sie erinnern etwas an das Schuhwerk der Römer, wenn man mal von dem schlammfarben-Muster absieht. Foto: gds

Wer sich im Großstadtdschungel bewegt, sollte auf seine Tarnung achten. Zumindest, wenn es den Schuhdesignern nach geht, bleiben Clogs und Espadrilles schlammfarben.

Wer sich in den Großstadtdschungel wagt, sollte seine Tarnung besser nicht allzu schnell auffliegen lassen, glauben offenbar Designer: Zur khaki-farbenen Hose empfehlen sie „Fashion-Victims“ jedenfalls für das kommende Frühjahr neben schlammfarbenen Handtaschen, Pumps im Tarnfarben-Muster – oder noch besser: Tarnfarben-Clogs.

Denn Clogs bleiben – neben Stoff-Espadrilles mit Pflanzenfaser-Sohle – der Megatrend. Dass die Schuhe neu sind, sollte man ihnen aber besser nicht ansehen. Das gilt zumindest für Schuhwerk, das im Wortsinn an den Mann gebracht werden soll: Die trendigen, kernigen Herren-Boots sollen aussehen, als hätte der Großstadt-Abenteurer in ihnen schon einmal den Erdball umrundet. Zu Fuß, versteht sich.

Dabei hofft die Branche gleichwohl, dass Männer dabei nicht nur ein Paar mit auf die Reise nehmen – und Schuhe künftig nicht mehr erst dann kaufen, wenn die alten wirklich „durch“ sind. Von den vier neuen Paar Schuhen, die sich jeder Kunde in der Bundesrepublik jedes Jahr im Schnitt leistet, entfallen auf Männer rein rechnerisch nicht mal zwei Paar – Badelatschen miteingerechnet.

Frauen dagegen leisten sich jedes Jahr im Schnitt gut sechs Paar neue Schuhe. Auch in Krisenzeiten, wie die Zahlen der Schuhbranche belegen: Knapp vier Prozent über dem Vorjahreswert liegen die Umsätze im deutschen Schuheinzelhandel im ersten Halbjahr 2010.

Das wachsende Online-Geschäft kommt mittlerweile auf annähernd zehn Prozent. Nach einem verhaltenen Start in die Saison habe das heiße Sommerwetter Lust auf neue Sandalen und Ballerinas gemacht, sagt Brigitte Wischnewski, Präsidentin des Bundesverbands des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) vor der Fachmesse GDS in Düsseldorf von 10. bis 12. September.

Die Branche sei optimistisch, dass die Kunden auch im zweiten Halbjahr kauflustig bleiben. Somit könnte im Gesamtjahr ein Plus von vier Prozent erzielt werden. Die Preise könnten aufgrund höherer Rohstoffpreise aber in den kommenden Monaten leicht anziehen, heißt es.

Auch die deutsche Schuhindustrie freute sich im ersten Halbjahr über ein kräftiges Plus von 3,6 Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Vor allem die Exporte zogen um 13,5 Prozent auf 298 Millionen Euro kräftig an. Der weitaus größte Teil der hierzulande verkauften Schuhe kommt jedoch aus Asien und Osteuropa.

Neben dem Tarn-Look setzt die Branche im kommenden Jahr vor allem auf die Farbe Blau in allen Nuancen, auf „Greige“ – eine Mischung aus grau und beige – sowie bei den Farben und Formen auf den Trend zum Minimalismus: extravagant ohne „Schnörkel und Schnickschnack“.

Oder, wie es im Werbetext-Deutsch des Deutschen Schuhinstituts heißt: „Vor dem Hintergrund rasanter technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen, wächst die Sehnsucht nach Kontinuität, Gelassenheit und Ungezwungenheit. Transparenz und Leichtigkeit werden durch butterweiche, häufig gewachsene Materialien in hellen, natürlichen Farben zum Ausdruck gebracht.“

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