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Madeleine Schickedanz Dutzende Millionen Schadensersatz für Quelle-Erbin

Die Ex-Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz schließt mit Sal.Oppenheim und anderen Ex-Geschäftspartnern einen Vergleich. Sie soll rund 60 Millionen Euro erhalten.

Quelle-Erbin: Madeleine Schickedanz Foto: dpa

Rund 1,9 Milliarden Euro Schadensersatz wollte die ehemalige Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz (72) von der Deutsche-Bank-Tochter Sal. Oppenheim und ihren Ex-Geschäftspartnern um den Troisdorfer Immobilienunternehmer Josef Esch vor dem Kölner Landgericht erstreiten. Wenige Tage vor der für kommenden Dienstag, 20. Dezember, geplanten Entscheidung des Kölner Landgerichts haben die Parteien einen Vergleich geschlossen. Danach wird Schickedanz nur einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag erhalten. Das bestätigte ein Sprecher von Sal. Oppenheim. Der Vergleich sei bereits ausformuliert. Wenn die letzten in der Vereinbarung vorgesehenen Voraussetzungen erfüllt seien, könne man den Rechtsstreit beenden. So lange ruht das Zivilverfahren, das seit mehr als fünf Jahren läuft. Über die Summe habe man Stillschweigen vereinbart.

Die Quelle-Erbin muss sich nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit rund 60 Millionen Euro begnügen. Damit ist der Versuch der ehemaligen Arcandor-Großaktionärin gescheitert, vor dem Kölner Landgericht ihr Milliardenvermögen zurückzuholen, das sie 2009 bei der gescheiterten Rettung des Konzerns, vormals Karstadt-Quelle, verloren hatte.

Schickedanz hatte behauptet, man habe sie falsch beraten, ihr Vermögen sei viel zu riskant angelegt worden. Mit der Privatbank Sal. Oppenheim und ihrem Vermögensberater Josef Esch sei vereinbart worden, dass sie für die Großkredite, mit denen die Banker immer neue Aktienpakete von Arcandor kauften, gar nicht einstehen müsse. Sie sei doch nur die „Strohfrau“ gewesen. Dieser Auffassung, das hat Stefan Singbartl, Vorsitzender Richter der 21. Zivilkammer, ihren Anwälten mehrfach verdeutlicht, werde das Gericht nicht folgen, weil es dafür keine Belege gebe. Lediglich bei zwei Beteiligungen an Oppenheim-Esch-Fonds – „Köln-Rheinhallen“ und „Köln-Messe“ – habe sie möglicherweise Aussicht auf einen Teilerfolg. Auf Anraten von Josef Esch war sie in beide Fonds eingestiegen, beim Fonds „Köln-Messe“ hält sie sogar rund zehn Prozent des Gesamtkapitals.

Ihren Vorwurf, sie sei bei der Zeichnung nicht über das Eigeninteresse der Privatbank und Eschs aufgeklärt worden, ohne deren „Täuschungen und Pflichtverletzungen (...) es nicht zu dem Erwerb gekommen“ wäre, schien das Gericht nachvollziehen zu können. Der Vergleich bringt auch der stark gebeutelten Deutschen Bank einen Vorteil: Sie muss in diesem Fall keine Rückstellungen für die Prozessrisiken vornehmen.

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