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Luftverschmutzung Dicke Luft in der Stadt

Stadtluft macht krank. Das gilt laut Umweltbundesamt weiterhin, obwohl die Belastung mit Feinstaub zuletzt deutlich niedriger als in früheren Jahren war. Fast die Hälfte der Messstationen in Deutschland weisen überhöhte Werte nach.

Die Umweltzonen, wie hier in Frankfurt, haben zu einer kleinen Besserungen geführt. Foto: Andreas Arnold

Stadtluft macht krank. Das gilt laut Umweltbundesamt (UBA) weiterhin, obwohl die Belastung mit Feinstaub zuletzt deutlich niedriger als in früheren Jahren war und auch wenige Ozon-Spitzenwerte auftraten. Für besonders kritisch hält das UBA, dass sich das Stickstoffdioxid (NO2), das vor allem aus dem Verkehr stammt, zum neuen „Schadstoff Nummer eins“ entwickelt. Das Gas ist bei hohen Konzentrationen vor allem für Asthmatiker gefährlich und trägt zur Entstehung von Feinstaub und Ozon bei, außerdem schädigt es Pflanzen und führt zu Überdüngung und Versauerung von Böden.

Die Belastung mit Schwefelverbindungen, die vor Jahrzehnten den sauren Regen und das Waldsterben auslösten, spielen heute fast keine Rolle mehr. Dafür setzt ein Trio von Luftschadstoffen der Gesundheit der Menschen vor allem in den Städten zu: Stickstoffdioxid, Feinstaub und Ozon. Ein vorläufige Auswertungen des UBA der Daten für 2014 von über 500 Messstationen zeige, dass hier keine Entwarnung gegeben werden könne. Das Amt fordert weiter Maßnahmen zur Luftreinhaltung, darunter eine Ausweitung der Umweltzonen in Großstädten und Ballungsräumen.

Beim Stickstoffdioxid, dessen Hauptquellen Automotoren und Heizungen sind, lagen rund die Hälfte der verkehrsnahen Messstationen über dem zulässigen Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Wichtigster Hebel, um die Belastung in den Griff zu bekommen, ist eine bessere Abgasreinigung bei Pkw und Lkw. UBA-Chefin Maria Krautzberger: „Um die Grenzwertüberschreitungen in den Griff zu bekommen, ist es wichtig, dass die neue Abgasnorm Euro 6 auch im realen Verkehr zu weniger Emissionen führt. Bisher können das viele Fahrzeughersteller nur im Labor garantieren.“

Umweltzonen ausdehnen

Beim Feinstaub zählt 2014 zu den Jahren mit den niedrigsten Werten. Hauptgrund dafür war das Wetter: 2014 gab es relativ wenige winterliche Inversionswetterlagen, die zu hohen Feinstaubwerten beitragen, weil sie den Luftaustausch verhindern. Zudem wirken sich die Umweltzonen in Großstädten und Ballungsräumen positiv aus, von denen es in Deutschland inzwischen 50 gibt. Sie senken die Feinstaubbelastung laut UBA um zehn bis zwölf Prozent, wenn dort nur Fahrzeuge mit grüner Plakette einfahren dürfen.

Krautzberger sieht keinen Grund zur Entwarnung: „Trotz niedriger Feinstaub-Werte bleibt das Gesundheitsrisiko bestehen.“ Sie verwies darauf, dass es für Feinstaub keine Wirkungsschwelle gibt. Das heißt: Gesundheitsschäden treten auch bei geringen Feinstaubkonzentrationen auf. Die winzigen Partikel in der Luft sind verantwortlich für Atemwegs-, Herz- und Kreislauferkrankungen; pro Jahr sterben in Deutschland infolgedessen im Schnitt rund 47 000 Menschen.

Das UBA plädiert dafür, die Vorschriften der Umweltzonen auch auf Baumaschinen, Dieselloks, Binnenschiffe und weitere Verkehrswege auszudehnen. Baumaschinen stoßen immerhin ein Fünftel der Rußpartikel-Menge aus, die vom Straßenverkehr verursacht wird.
Negativ auf die Feinstaubbelastung wirkt sich auch die wachsende Zahl der Holzfeuerungen aus.

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