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Leichter in den Ruhestand Rentner an die Arbeit

Neue Pläne aus Berlin: Wer vor dem 65. Lebensjahr in die Altersrente eintritt, darf künftig deutlich mehr dazu verdienen.

31.01.2011 11:13
Daniela Vates und Karl Doemens
Eine Sorge weniger: Jungrentner sollen künftig mehr dazu verdienen dürfen. Foto: dpa

Frührentner sollen nach Plänen der Koalition künftig deutlich mehr zu ihren Altersbezügen hinzuverdienen dürfen als bisher. Die FDP machte am Montag Absprachen mit der Union öffentlich, wonach Arbeitnehmer, die vor dem 65. Lebensjahr in Rente gehen, künftig bis zur Höhe ihres letzten Bruttogehalts hinzuverdienen dürfen. FDP-Vize-Fraktionschef Heinrich Kolb sagte der FR, dies hätten die Fachpolitiker der Koalitionsfraktionen vereinbart. Die Regelung solle spätestens 2012 in Kraft treten. Derzeit können Frührentner im Monat bis zu 400 Euro mit einem Job verdienen, ohne dass dies auf ihre Rente angerechnet wird.

Die Union reagierte irritiert auf den FDP-Vorstoß, bestätigte allerdings den Inhalt zumindest indirekt. „Die Überlegungen gehen in diese Richtung“, sagte ein Sprecher des Arbeitsministeriums. Es gebe aber noch kein abschließendes Ergebnis. In der Koalition hieß es, mit der Änderung der Zuverdienst-Regel solle der FDP die Zustimmung zum Zeitarbeit-Mindestlohn erleichtert werden, über den derzeit im Hartz-Vermittlungsausschuss verhandelt wird.

In der Union hieß es, es sei klar, dass die Zuverdienste besteuert und Sozialversicherungsbeiträge fällig würden. Allerdings wird offenbar überlegt, dabei keine Arbeitslosenversicherungs-Beiträge zu erheben. Damit wäre es für Unternehmer günstiger, Zuverdiener anzustellen, als Arbeitnehmer normal weiterzubeschäftigen.

SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil warnt vor einem „Schritt zu staatlich subventionierter Lohndrückerei“. Seine Fraktionskollegin Elke Ferner erwartet: „Das wird nur wenigen Arbeitnehmern etwas nützen.“ Der DGB meint, es sei zynisch zu versprechen, dass Rentenkürzungen und Abschläge durch die Rente mit 67 per Zuverdienst ausgeglichen werden könnten. Der Arbeitgeberverband sprach von einem „Schritt in die richtige Richtung“.

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