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Lebensmittel Weniger wegwerfen

Ministerin Klöckner legt eine Strategie vor zur Reduzierung der Lebensmittel, die in den Müll wandern. Die junge Generation soll über soziale Medien aufgeklärt werden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will mit einer gesamtgesellschaftlichen Strategie die Lebensmittelverschwendung in Deutschland deutlich verringern. Wie aus einem Eckpunktepapier des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) hervorgeht, plant die CDU-Politikerin eine Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung unter Einbeziehung der Länder und Kommunen sowie von Wirtschaft, Wissenschaft und Verbrauchern. 

„In Deutschland entstehen rund elf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle im Jahr, wobei rund 61 Prozent in den privaten Haushalten und rund 17 Prozent von Industrie und Großverbrauchern verursacht werden“, heißt es in dem Strategiepapier. 

Laut einer Studie, die das Institut für nachhaltige Ernährung der Fachhochschule Münster im Auftrag des WWF im Frühjahr erstellt hatte, beträgt das Ausmaß der jährlichen Lebensmittelverschwendung in Deutschland sogar 18 Millionen Tonnen. Anhand ihres Engagements gegen Verschwendung wurden die Bundesländer dort in drei Gruppen eingeteilt: Pioniere, Mittelfeld – und Nachzügler. Für die Einstufung wurde überprüft, wer sich schon lange und systematisch mit dem Thema befasst – und wo nur ganz vereinzelt Maßnahmen zur Abfallvermeidung ergriffen werden. In der Spitzengruppe stehen Länder wie Bayern, das die landesweiten Lebensmittelverluste seit 2012 erhebt. Dazu Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Als Nachzügler gelten Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. 

Klöckners Ziel ist es nun, bis zum Jahr 2030 die Lebensmittelverschwendung in Deutschland zu halbieren. Dafür will die Bundesregierung verlässliche Daten bereitstellen, auf deren Grundlage wirksame Maßnahmen zur Reduzierung der Lebensmittelabfälle identifiziert werden können. Produktionsbetriebe sind zu einem sorgsameren Umgang mit Agrarrohstoffen angehalten; zudem sollen sie durch verbesserte Produktionsabläufe Lebensmittelabfälle verringern. Um Jugendliche für das Thema zu sensibilisieren, soll es in Lehrpläne integriert werden; zudem will das BMEL künftig stärker soziale Medien wie Instagram, Twitter und Facebook nutzen, um junge Menschen zu erreichen. Darüber hinaus sollen digitale Innovationen die Verschwendung eindämmen: „Das BMEL beabsichtigt zum Beispiel im Rahmen seines Innovationsprogramms ein Projekt der Tafel Deutschland e.V. zu fördern, welches mit Hilfe der Digitalisierung das Abgabesystem zwischen Handel und Tafeln verbessern soll“, heißt es in dem Papier.

„Die Strategie gibt den Rahmen vor, um gemeinsam Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen festzulegen und ein gesellschaftliches Umdenken zu erreichen: mehr Wertschätzung gegenüber unseren Lebensmitteln und den Ressourcen für deren Herstellung“, schreibt das Bundeslandwirtschaftsministerium. Lebensmittelverschwendung sei aus ethischer, ökologischer und ökonomischer Sicht nicht akzeptabel. Das Ministerium beziffert das jährliche Einsparpotenzial durch eine Vermeidung von Lebensmittelabfällen in Handel und Konsum auf rund 30 Milliarden Euro. 

Am Montag wird in Berlin die „Europäische Woche der Abfallvermeidung“ eröffnet. Die europaweite Kommunikationskampagne soll dazu motivieren, weniger Müll zu produzieren. (mit jes)

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