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Kurzschluss im Elektroauto

Rückschlag für den Hoffnungsträger von GM

Fertigung des Chevrolet Volt in einem Werk von General Motors in Detroit Foto: chevrolet

. Autofahrer, die sich im neuen Jahr den Hybridwagen Opel Ampera kaufen wollten, müssen sich noch eine Weile gedulden. Denn der Verkaufsstart für das Fahrzeug ist zunächst einmal auf Eis gelegt. Die Entscheidung hat die Opel-Mutter General Motors (GM) getroffen, nachdem eine gravierende Panne beim fast baugleichen Chevrolet Volt bekannt geworden war. Um seine ehrgeizigen Pläne im Markt für Hybridfahrzeuge nicht zu gefährden, hatte General Motors den Vorfall geheim gehalten.

Schon im Mai 2011 hatte die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA den Hybrid-Wagen Chevrolet Volt in ihrer Anlage in Burlington im US-Bundesstaat Vermont einem ausführlichen Crash-Test unterzogen. Mehr als drei Wochen später, der Wagen war längst auf einem Parkplatz geparkt, fing der Volt Feuer. Die Lithium-Ionen-Batterie war bei dem Aufprall beschädigt worden und hatte einen Kurzschluss ausgelöst. Wenig später gab es einen zweiten Zwischenfall.

7?500 Dollar Steuervorteil

Trotz der Pannen hielt der Konzern am Verkaufsstart für den Opel Ampera zunächst fest. Erst als im November die Brände bekannt wurden, stoppte der Konzern den für Januar geplanten Europastart. Da waren die Fahrzeuge längst auf dem Weg in die Ausstellungsräume der Händler und das Ziel von 10.000 verkauften Fahrzeugen bis Ende 2012 gesetzt. Für die Besitzer eines Chevrolet Volts bestehe keinerlei Gefahr, teilte General Motors mit. Jeder, der seinem Wagen trotzdem nicht traue, könne ihn zurückgeben oder auf einen Leihwagen umsteigen, bis die Ursache gefunden und das Problem behoben sei.

Für den amerikanischen Mutterkonzern steht viel auf dem Spiel. Mit dem Elektro-Wagen will GM nicht nur endlich zu Konkurrenten wie Toyota aufschließen, die mit dem Prius längst erfolgreich am Elektro-Markt sind und inzwischen über 15?000 Fahrzeuge pro Monat absetzen. Die behäbige Chevrolet-Marke soll mit dem Volt neuen Schwung bekommen. „Es ist ein Image-Auto“, sagt Michelle Krebs, Analystin der einflussreichen Automobilseite Edmunds.com.

Gleich von mehreren Autozeitschriften wurde der Volt zum Auto des Jahres gewählt. Rückenwind erhielt der Konzern sogar von Barack Obama. Im Januar rief der US-Präsident das Ziel aus, bis 2015 eine Million Hybrid- und Elektrofahrzeuge auf die US-Straßen zu bringen. Um das zu erreichen, hat die Regierung – Großaktionär von GM – jeden Volt-Käufer mit einem Steuervorteil von 7?500 Dollar belohnt.

Doch mit einem Anteil von gerade mal 0,2 Prozent steckt die Branche in den Kinderschuhen. Die nötige Infrastruktur ist kaum vorhanden, Modelle wie der Volt sind trotz der Steuergeschenke mit über 40?000 Dollar für den Massenmarkt zu teuer. „Der Erfolg der Elektrowagen steht und fällt mit den Benzinpreisen“, sagt Rebecca Lindland, Autoanalystin beim Marktforscher IHS. Und die liegen noch immer deutlich unter denen in Europa.

Bis Ende November hat GM nur 6?300 Fahrzeuge verkauft. Die ursprünglich für das Jahresende gesetzte Marke von 10?000 wurde auf Januar verschoben. Der Autobauer meint dennoch, dass die Pannen Käufer nicht abschrecken werden.

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