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Kriselnder Lichtspezialist Osram baut noch mehr Jobs ab

Beleuchtungshersteller leidet unter Technologiewandel und Problemen in der Automobilindustrie.

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Osram leidet unter dem Technologiewandel. Foto: rtr

Osram bleibt im Dauerumbau, der in Deutschland immer mehr Arbeitsplätze trifft. Nachdem der von Siemens abgespaltene Lichtkonzern erst am Dienstag den Verkauf seines defizitären Geschäfts mit Beleuchtung für Straßen, Gewerbebauten und Sportanlagen bekanntgegeben hatte, wird nun Hand an deutsche Werke in verbleibenden Sparten gelegt. Mit dem Betriebsrat sei dazu ein Interessenausgleich zum Abbau von 600 Stellen vereinbart worden, sagte Konzernchef Olaf Berlien in München bei der Vorlage des Zwischenberichts. Betroffen sind vor allem das Werk in Berlin, die Münchner Zentrale und der baden-württembergische Standort Herbrechtingen. Genau schlüsselt der Konzern die Abbaupläne nicht auf. Vom Verkauf des Leuchtengeschäfts sind 1500 Beschäftigte betroffen, gut die Hälfte davon im oberbayerischen Traunreut.

Weil sich die Lichtbranche technologisch derzeit rasant verändert, werden viele traditionelle Produkte zu Auslaufmodellen. Osram reagiert darauf mit Stellenabbau in den betroffenen Fertigungslinien oder dem Verkauf ganzer Geschäftszweige. So wurde schon das Geschäft mit traditionellen Leuchten wie Glühbirnen und Stromsparlampen früherer Generationen sowie das mit LED-Lampen abgestoßen. Was der jetzt neu angestoßene Verkauf bringen könnte, will das Management nicht abschätzen. Experten befürchten, dass die Großbeleuchtungssparte, die unter anderem den vatikanischen Petersdom in Osram-Licht taucht, de facto verschenkt werden muss.

Binnen weniger Jahre ist die Zahl der weltweiten Mitarbeiter bei Osram um über 6500 auf zuletzt noch 26 900 Beschäftigte gefallen. Getroffen hat es vor allem deutsche Standorte, was sich nun fortsetzt. Begleitet ist das von einem fortschreitenden Gewinneinbruch. Nachdem das Management jüngst zweimal in kurzer Folge die Gewinnprognosen nach unten korrigiert hat, stehen nach neun Monaten des bis Ende September laufenden Geschäftsjahrs 2017/18 mit 147 Millionen Euro nun gut ein Drittel weniger Nettogewinn als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres zu Buche.

Deshalb hat Osram eine neue Sparrunde eingeläutet, die die Kosten um 130 bis 140 Millionen Euro senken soll. Etwa die Hälfte davon entfällt auf Stellenabbau, der Rest auf den Einkauf sowie Forschung und Entwicklung.

Zu schaffen macht Osram neben dem Technologiewandel auch die Autoindustrie als eine Hauptabnehmerbranche. Dämpfende Effekte kommen vom Handelskrieg und dem neuen Abgasprüfverfahren Wltp, das bei der Autoindustrie vielfach für Produktionsverzögerungen sorgt. „An den langfristigen Wachstumschancen hat sich nichts geändert“, beharrt Berlien. In China und Malaysia sowie dem heimischen Standort Regensburg baut Osram Fertigung und Beschäftigung aus.

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