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Korruption Korruptionsskandal bei Ferrostaal

Der Korruptionsskandal bei der Essener Ferrostaal AG ist offenbar größer als bisher angenommen. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen rund ein Dutzend Beschuldigte.

19.07.2010 10:46
Zum Teil berichteten die Mitarbeiter von verdächtigen Zahlungen in zweistelliger Millionenhöhe. Foto: dpa

Der Korruptionsskandal bei der Essener Ferrostaal AG ist offenbar größer als bisher angenommen. Nach einem Bericht des in Düsseldorf erscheinenden "Handelsblatts" (Montagausgabe) gibt es Hinweise auf ein Schmiergeld-System quer durch das Unternehmen. Das zeige ein Ende Mai vom neuen Vorstand des Unternehmens angestoßenes Programm, das Mitarbeiter dazu animieren soll, freiwillig über Korruption im Unternehmen zu berichten.

Demnach können Beschäftigte im Gegenzug für Informationen über Schmiergeldzahlungen ihren Job behalten und werden von Ferrostaal nicht auf Schadenersatz verklagt. Das Amnestieprogramm sollte ursprünglich nur bis Ende des Monats laufen, wird wegen der großen Inanspruchnahme aber nun dem Zeitungsbericht zufolge verlängert.

Bislang habe sich eine Personenzahl im mittleren zweistelligen Bereich gemeldet, sagte Ferrostaal-Vorstand Andreas Pohlmann dem Blatt. Zum Teil berichteten die Mitarbeiter von Bagatellen, andererseits aber auch von verdächtigen Zahlungen in zweistelliger Millionenhöhe.

Pohlmann hatte vor seinem Wechsel zu Ferrostaal im Mai bei Siemens die dortige Korruptionsaffäre mit aufgearbeitet. Auch bei Siemens hatte es ein Amnestieprogramm gegeben. Nach Pohlmanns Darstellung hat der Umfang der Schmiergeldaffäre bei Ferrostaal gemessen an der Unternehmensgröße die Dimensionen bei Siemens bereits übertroffen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen rund ein Dutzend Beschuldigte von Ferrostaal, darunter auch den inzwischen zurückgetretenen Vorstandsvorsitzenden des Industrieleisters, Matthias Mitscherlich. Das Essener Unternehmen, das oftmals für andere deutsche Konzerne Großaufträge anbahnt und abwickelt, soll über Jahre hinweg den Verkauf von Großanlagen und Rüstungsgütern ins Ausland mit Schmiergeldern unterstützt haben. (ddp)

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