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Kommentar zur geplatzten EADS-BAE-Fusion Aus dem Super-Rüstungsgeschäft wird nichts

EADS-Chef Thomas Enders ging die Fusion mit BAE zu forsch an - und wollte die Politik außen vor lassen. Ein Fehler: Der Zusammenschluss zum größten Luftfahrt- und Rüstungskonzern ist geplatzt, Enders angeschlagen. Eine Katastrophe ist das nicht.

EADS-Chef Enders wollte das große Rad drehen - stattdessen muss er nun mit Politikern um Rüstungsaufträge feilschen. Foto: rtr

Den Versuch war es wert – so lässt sich sinngemäß der Kommentar von EADS-Chef Thomas Enders zur gescheiterten Fusion seines Konzerns mit dem Rüstungskonzern BAE-Systems zusammenfassen. Enders war sich ganz sicher bewusst, dass es schwer wird, von den Regierungen in Großbritannien, Frankreich und Deutschland eine Zustimmung zu dem Deal zu bekommen. Er hat seinem Ruf (forsch und schneidig) alle Ehre gemacht: Er versuchte gleich zu Beginn seiner Amtszeit als EADS-Chef, den Deal per Überraschungsangriff durchzusetzen. Er einigte sich mit BAE-Chef Ian King, ohne die Sache vorher mit den Politikern abzusprechen. Denn Enders wollte sich mit dem Deal zugleich des Einflusses eben jener Politiker entledigen.

Das war ein Zacken zu forsch. Enders ist nun stark angeschlagen. Große Sprünge mit Übernahmen kann es sich erst einmal nicht erlauben. Doch das ist keine Katastrophe. Die Tochter Airbus steht derzeit so gut wie nie da. Die kleinere Rüstungssparte kann auch allein wegen ihres enormen Know-hows überleben.

Aber aus der Super-Wachstumsstory mit großen globalen BAE-Rüstungsgeschäften, von der Enders träumte, wird nichts. Stattdessen muss der Manager mit deutschen und französischen Politikern um schrumpfende Rüstungsausträge feilschen. Und er muss intelligente Wege finden, wie Airbus dauerhaft mit einer immer wieder stark schwankenden Nachfrage zurecht kommt – davon hängt künftig bei EADS fast alles ab.

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