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Kommentar zu Solarworld Handelskrieg

Der erste Handelskrieg um erneuerbare Energien ist seit gestern offiziell eröffnet. Die deutsche Solarworld klagt in den USA gegen chinesisches Solarenergie-Dumping und wird das im Erfolgsfall wohl auch in Europa tun.

Die Aussichten stehen gut, denn in ähnlichen Fällen haben die US-Behörden schon häufig im Sinne der Kläger entschieden. Solarworld hat gute Argumente auf seiner Seite. Es ist zum Beispiel unstrittig, dass chinesische Unternehmen fast unbegrenzt Billig-Kredite erhalten.

Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Denn auch in Europa und den USA wurde die Solarbranche teils massiv gefördert. Die inzwischen insolvente US-Firma Solyndra zum Beispiel erhielt eine Kreditbürgschaft über 535 Millionen Euro von der Obama-Regierung. In Deutschland gab es massive Investitionsbeihilfen für Solarfirmen, vor allem im Osten. Der Berliner Solarmodulhersteller Solon wäre ohne eine Staatsbürgschaft wohl längst pleite. Und: Durch die Nähe zum (hoch subventionierten) Absatzmarkt Nummer eins, Deutschland, hatten gerade die deutschen Firmen einen riesigen Startvorteil.

Daraus haben sie zu wenig gemacht. Statt in die Entwicklung zu investieren, verzettelten sich viele deutsche Solarkonzerne und ließen die Kosten aus dem Ruder laufen. Inzwischen sind die Chinesen vorbeigezogen und das nicht nur aufgrund der Subventionen, sondern vor allem, weil sie gute Arbeit leisten. Die Klage von Solarworld ist auch ein Eingeständnis des eigenen Scheiterns.

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