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Kommentar Vorsicht, ansteckend!

Hausgemachte Probleme sorgen in vielen Schwellenländern für wirtschaftliche Probleme. Die Krisen haben bei allen Unterschieden einen gemeinsamen Nenner: Den US-Dollar. Ein Kommentar der FR.

Buenos Aires
Landwirtschaftsministerium in Buenos Aires: 600 Mitarbeiter werden entlassen, eine Demonstration dagegen wird von einem Großaufgebot der Polizei begleitet. Dem Land droht eine Wirtschaftskrise. Foto: imago

Erst die Türkei, jetzt Argentinien. Beide Länder haben auf den ersten Blick wenig gemein. Und doch beschleunigt sich das Tempo, in dem scheinbar aufstrebende und erfolgreiche Volkswirtschaften in ernste Schwierigkeiten geraten. Den zunehmenden Druck erleben inzwischen auch andere Schwellenländer wie Südafrika oder Brasilien.

In jedem Einzelfall spielen hausgemachte Probleme eine Rolle. In Argentinien öffnete und liberalisierte Präsident Mauricio Macri hastig die Märkte und Außenwirtschaft, ohne mit demselben Mut nötige Arbeitsmarkt- und Sozialreformen im Inneren anzupacken. Dann wollte er mit dem Ruf nach schnelleren Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) Vertrauen schaffen, erreichte jedoch genau das Gegenteil. So wurde dem letzten Investor deutlich, wie ernst es um Argentinien bestellt ist.

Bei allen Unterschieden weisen die sich häufenden Krisen der Schwellenländer jedoch einen gemeinsamen Nenner auf: Der starke Dollar und die steigenden Zinsen in den USA erschweren die Finanzierung für alle Staaten außerhalb der Vereinigten Staaten, weil das Kapital zu den höheren Renditen zieht. Noch handelt es sich um regionale Krisen ohne die Macht, die Weltwirtschaft zu erschüttern. Die Gefahr aber wächst, dass das Misstrauen gegenüber den Schwellenländern insgesamt zunimmt und sich der Virus von Argentinien, der Türkei, von Südafrika auf weitere Volkswirtschaften ausbreitet.

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