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Kommentar Von Armut bedroht

Hartz IV-Empfänger bekommen immer weniger Geld, weil der Niedriglohnsektor immer weiter wächst. Eine große Gefahr meint unsere Autorin.

Proteste gegen Minijobs und sinkende Hartz IV-Sätze. Foto: rtr

Hartz IV-Empfänger bekommen immer weniger Geld, weil der Niedriglohnsektor immer weiter wächst. Eine große Gefahr meint unsere Autorin.

Wer wenig verdient, erhält auch wenig Arbeitslosengeld, wenn er seinen Job verliert. In Deutschland blüht der Niedriglohnsektor, und viele Frauen haben nur eine Teilzeitstelle. Deshalb erhalten viele Erwerbslose nur ein sehr geringes Arbeitslosengeld. Eine kräftigere Lohnentwicklung und mehr Vollzeitstellen würden auch Menschen helfen, die ihre Stelle verlieren. Es ginge ihnen finanziell besser und sie könnten mit mehr Ruhe eine neue Arbeit suchen.

Insgesamt stehen Arbeitslose in Deutschland finanziell ziemlich schlecht da. Fast 68 Prozent von ihnen waren zuletzt armutsgefährdet. Das ist ein europäischer Spitzenwert. So sind im EU-Durchschnitt 46 Prozent aller Erwerbslosen von Armut bedroht. Hierzulande wird das Arbeitslosengeld nur relativ kurz bezahlt, die meisten Jobsuchenden sind mittlerweile auf Hartz IV angewiesen. Hinter den mit den Hartz-Reformen beschlossenen Kürzungen der Leistungen steckt die Vorstellung, dass Arbeitslose nicht aus eigenem Antrieb eine neue Stelle suchen, man muss ihnen vielmehr Druck machen.

Und wenn die Menschen dann einen Job haben, dann wird von ihnen erwartet, dass sie engagiert ans Werk gehen, aus eigenem Antrieb Aufgaben anpacken und nicht nur das machen, was der Chef ihnen sagt. Beides passt nicht zusammen. Wer engagierte Beschäftigte will, darf nicht nur auf Druck setzen, sondern muss Arbeitslosen die Möglichkeit und die Zeit geben, ihre Vorstellungen bei der Suche nach einem passenden Job einzubringen.

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