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Kommentar Deutsche Bahn Die Deutsche Bahn trickst

Die Deutsche Bahn macht der Gewerkschaft der Lokomotivführer ein Angebot, das die GDL auf jeden Fall ablehnen muss. Mit solchen Tricks können keine ernsthaften Tarifverhandlungen geführt werden. Ein Kommentar.

Die Lokführer können das Angebor der Bahn nicht annehmen. Foto: dpa

Man kann unterschiedlicher Meinung sein über die Frage, ob die Politik gegen die zunehmende Zersplitterung der Tariflandschaft durch kleine, aber mächtige Spartengewerkschaften vorgehen sollte. Ist die Tarifautonomie im Kern bedroht, wenn diese Organisationen Rosinenpickerei zulasten der Gesamtbelegschaft betreiben? Oder vertreten hier Beschäftigte völlig legitime Interessen mit legitimen Mitteln?

Bei dem, was der Bahn-Konzern sich gerade leistet, rückt diese Frage in den Hintergrund: Die Bahn bietet der Gewerkschaft der Lokomotivführer GDL eine bescheidene Lohnerhöhung an und will im Gegenzug die Tarifverhandlungen solange aussetzen, bis die gesetzliche Grundlage zur Tarifeinheit klar sei. Übersetzt heißt das: Liebe GDLer, nehmt die Brosamen, bevor Euch die Regierung mit einem Gesetz zur Tarifeinheit den Garaus macht.

Meinen die Bahn-Manager das Ernst? Soll die GDL das Angebot annehmen und damit indirekt eingestehen, dass sie sich selbst für abschaffungswürdig hält? Das können die Lokführer nicht tun. Und der Bahn sei ins Stammbuch geschrieben, dass man mit solchen Tricks keine ernsthaften Tarifverhandlungen führen kann, mit wem auch immer. Noch gibt es kein Gesetz zur Tarifeinheit, und es ist völlig offen, ob es je kommt.

Beide Seiten sollten sich also unabhängig davon jetzt möglichst schnell einigen – im Interesse der Bahnkunden.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Deutsche Bahn

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