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Klima Nachschlag bitte

Um Paris-Ziele zu erreichen, muss weltweit doppelt so viel Geld in Erneuerbare fließen.

Trotz leichter Abschwächungen herrscht in Deutschland das weltweit immer noch beste Innovationsklima für erneuerbare Energien. Zu diesem Fazit kommt der Klima- und Energiemonitor, den der Münchner Versicherungsriese Allianz zusammen mit dem New Climate Institute (NCI) und Germanwatch jährlich erstellt. Auch hierzulande sei die Lücke zwischen den tatsächlichen Investitionen in Solar, Wind & Co. zum nötigen Bedarf, um die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen, aber noch groß, betonte NCI-Experte Niklas Höhne. 8,5 Milliarden Dollar seien 2016 deutschlandweit in erneuerbare Energien geflossen. Nötig seien bis 2035 aber jährliche Investitionen von 23 Milliarden Dollar.

Im weltweiten Maßstab müssten pro Jahr rund 700 Milliarden Dollar investiert werden, soll die Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur wie in Paris vereinbart auf unter zwei Grad Celsius begrenzt werden. Tatsächlich fließt aktuell nur etwa die Hälfte der dazu nötigen Gelder. Damit haben sich die Relationen binnen Jahresfrist nicht verändert. Ein negativer Brexit- oder Trump-Effekt sei noch nicht spürbar, sagen die Experten. Im Fall von den USA sind sie auch nicht sicher, ob der wirklich kommt. Denn auch US-Unternehmen würden dort investieren, wo die höchsten Profite locken, und das sei Solar- und Windstrom.

In der auf die G20-Staaten beschränkten aktuellen Untersuchung des Trios haben die USA jedenfalls 2016 zwei Plätze auf Rang sieben gutgemacht. Hinter Deutschland rangieren Großbritannien, Frankreich und China unverändert auf den Plätzen der Staaten, die für Investitionen in erneuerbare Energien weltweit am attraktivsten sind. „Schwellenländer wie China, Indien und Südafrika drängen aber zunehmend in eine Führungsrolle bei erneuerbaren Energien“, erklärte Allianz-Klimaexperte Thomas Liesch. Speziell in China herrsche ein ausgesprochener Solarboom. Dort seien 2016 so viele neue Sonnenstromkapazitäten installiert worden wie in allen anderen G20-Staaten zusammen. Treiber der Entwicklung seien fallende Technologiepreise, sagten Höhne und Liesch. In einigen Ländern seien erneuerbare Energien bereits ohne staatliche Förderung wettbewerbsfähig. „Die Kostenhürde ist genommen“, betonte Höhne. Nun müssten die Staaten verstärkt an der Integration erneuerbarer Energien in ihre Energiesysteme arbeiten, damit steigende Anteile wetterabhängiger Stromproduktion nicht zu Problemen mit der Netzstabilität führten. Das gelte auch für Deutschland.

Der absolut gesehen größte Investitionsbedarf hinsichtlich erneuerbarer Energien besteht laut Studie in China, den USA und Indien. In China und Indien habe das mit dem explodierenden Energiehunger der aufstrebenden Nationen zu tun, in den USA mit der dort veralteten Energie-Infrastruktur. Das schlechteste Investitionsklima für erneuerbare Energien innerhalb der G20-Staaten macht die Studie in Russland, der Türkei und Saudi-Arabien aus.

Die Allianz ist beim Klima- und Energiemonitor mit von der Partie, weil der Versicherer erneuerbare Energien seit einigen Jahren als Investitionsziel für sich entdeckt hat. 4,6 Milliarden Euro hat er in Wind- und Solarparks gesteckt und will weiter aufstocken.

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