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Klima Heißer Kampf gegen die Hitze

Die Zahl der Klimaanlagen wird sich bis 2050 weltweit vervierfachen. Das erwartet eine neue Untersuchung. Das ist schlecht für die Städte und das Klima. Dabei gäbe es Alternativen.

Singapur
Klimaanlagen in Singapurs Finanzdistrikt. Foto: rtr

Hierzulande sind sie in Privathäusern noch die Ausnahme – Klimaanlagen und -geräte, die Hitzetage und vor allem Nächte erträglicher machen. Neue Autos, Busse und Bahnen, aber auch Bürohäuser und Kliniken werden bereits standardmäßig damit ausgerüstet. Anders ist es zum Beispiel in den USA, wo in mehr als 80 Prozent der Haushalte eine Klimaanlage installiert ist.

Doch der Trend geht weltweit zur Abkühlung per Technik in zunehmend heißerer Umwelt: Bis Mitte des Jahrhunderts dürfte sich die Zahl der Klimaanlagen auf global 14 Milliarden Einheiten vervierfachen, haben britische Forscher ermittelt – mit entsprechend steigendem Energieverbrauch.

Stadtklima verbessern

Derzeit werden weltweit rund 3,6 Milliarden Klimaanlagen und -geräte betrieben, schreiben die Experten von der Universität Birmingham. Dafür brauche es pro Jahr 6300 Terawattstunden (TWh) Strom, so viel wie rund 1000 große Kohlekraftwerke produzieren. Um 2050 wird der Bedarf bei 19.600 TWh liegen, also dreimal so hoch. Und selbst wenn die Anlagen dank neuer Technologien noch deutlich sparsamer werden als derzeit erwartet, werden es laut der Studie nach 15.500 TWh sein.

Es gibt mehrere Gründe für den Klimatechnik-Boom: Einerseits das Wachstum der Weltbevölkerung von derzeit 7,6 auf schätzungsweise zehn Milliarden Menschen, von denen die Mehrzahl in vielfach stark hitzebelasteten Städten leben wird. Andererseits der Klimawandel, der die Temperaturen generell ansteigen lässt und vermehrt Hitzewellen erzeugt, gegen die man sich schützen will.

Hinzu kommt, dass das wachsende Einkommen besonders in den Schwellenländern die Verbreitung der Klimatechnik ermöglicht. Im bevölkerungsreichen Indien zum Beispiel steigt die Anzahl der Klimaanlagen jährlich um 20 Prozent.

Wie frühere Untersuchungen macht die neue Studie klar, dass es nicht reichen wird, nur die Effizienz der Klimageräte deutlich zu verbessern und sie künftig mit Ökostrom zu betreiben. Vor allem werde es darauf ankommen, auch den Bedarf an Kühlung zu senken – etwa durch ein besseres Gebäudedesign, das die Aufheizung der Räume minimiert. Helle Farben auf Fassaden und Dächern reflektieren die Sonneneinstrahlung, automatische Verschattungssysteme vor den Fenstern helfen hier ebenso.

Generell kann das Stadtklima auch durch mehr Grün verbessert werden - durch schattenspendende Bäume, Fassaden- und Dachbegrünung sowie Anlage von Parks, die als Frischluftzonen dienen,

US-Forscher der Arizona State University verwiesen vor ein paar Jahren in diesem Zusammenhang auch darauf, dass bessere Verkehrssysteme die Wärmebelastung der Großstädte senken können. Eine der Hauptursachen der Hitze dort sei nämlich der Verkehr, einerseits durch die Verbrennungsmotoren in Pkw und Lkw, andererseits durch die Versiegelung der Flächen mit Asphalt. Die Experten rieten daher zu weniger Autos und mehr ÖPNV sowie mehr Fahrradverkehr.

Wie positiv eine solch alternative Klimatisierung auf das Stadtklima in heißen Regionen selbst wirken könnte, zeigten die US-Experten in ihrer Studie ebenfalls. Sie analysierten dafür die Situation in der US-Metropole Phoenix, der Hauptstadt von Arizona mit ihren 1,6 Millionen Einwohnern. Hier erhöht der Betrieb der Klimaanlagen, die praktisch in jedem Gebäude laufen, die Temperaturen in den Straßen durch die Abwärme teils um mehr als ein Grad Celsius. An heißen Tagen verbrauchten die Geräte dort mehr als die Hälfte des Stroms.

Die Experten empfahlen, die Abwärme zu nutzen, etwa indem man damit in den Häusern das Brauchwasser fürs Duschen erwärmt. Das senke einerseits die Wärmelast in den Gebäuden und spare andererseits Strom.

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