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KFW Staatsbank KFW wird 70 Jahre alt

Mehr als 40 Prozent ihrer Finanzierungen im In- und Ausland entfallen inzwischen auf Klima- und Umweltschutz und erneuerbare Energien.

KFW
Die KFW fördert den Ausbau erneuerbarer Energien auch in Afrika. Foto: kfw

Baukindergeld – es ist wieder ein Instrument der Politik bei der diese Bank eine wichtige Aufgabe übernimmt: die KFW-Bankengruppe in Frankfurt – früher Kreditanstalt für Wiederaufbau. Rund 30.000 Anträge mit einem Volumen von rund 600 Millionen Euro sind bei der Bank seit September eingegangen. Das Baukindergeld und generell die Förderung von Bauen, Wohnen und Wohnungssanierung sind eines der Hauptfelder der Bank, die zu 80 Prozent dem Bund und zu 20 Prozent den Ländern gehört. Vor 70 Jahren am 18. November 1948 wurde sie gegründet.

Mit Wiederaufbau hat ihre Arbeit heute wenig zu tun. Vor 70 Jahren war das anders. Aufgabe der Bank: der Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft. Das Geld kam aus den Mitteln des Marshall-Plans der USA. Die KFW begann bereits 1949 aber auch, sich mit der Auflegung von Anleihen Geld über den Kapitalmarkt zu beschaffen. Heute ist sie weltweit einer der größten Emittenten mit der jährlichen Auflegung von Anleihen im hohen zweistelligen Milliarden-Volumen. 

In den fünfziger Jahren stützt die KFW mit der Hälfte ihrer Kredite Stromwirtschaft, Steinkohlebergbau und Stahlindustrie. Bis 1953 fließen auch umgerechnet 319 Millionen Euro in den Wohnungsbau. 1958 vergibt sie erste Kredite im Ausland. Das Geld hilft bei der Bezahlung von Lieferungen deutscher Unternehmen. Seit 1961 ist die KFW im Auftrag der Bundesregierung auch für die Entwicklungszusammenarbeit und die Umsetzung von Projekten in Afrika, Asien und Lateinamerika zuständig. 

Für die Unterstützung von Flugzeugverkäufen von Airbus wird das Institut ebenso eingespannt wie für Hilfe für die Ausreise von deutschstämmigen Bürgern aus Polen. Auch bei der Privatisierung von Bundesunternehmen spielt sie eine zentrale Rolle. Noch heute ist die KFW für den Bund bei der Telekom mit gut 17 und bei der Post mit mehr als 20 Prozent größter Aktionär.

Im Rahmen von Zuweisungsgeschäften musste sie mitunter auch Kredite gewähren, über die sich die Begeisterung in Frankfurt in Grenzen hielt. Das galt um die Jahrtausendwende für die Schieflage beim Baukonzern Philipp Holzmann und 2017 für die Probleme bei Air Berlin. Einen Kredit von 150 Millionen Euro musste die KFW bereitstellen. Das Geld hat der Bund mittlerweile zurückgezahlt.

Zu einer Bank im Sinne ihres eigentlichen Namens mutierte die KFW nach dem Ende der DDR. In 25 Jahren deutscher Einheit, so die Bank, hätten Wirtschaft, Kommunen und Verbraucher in Ostdeutschland von KFW-Krediten in Höhe von 194 Milliarden Euro profitiert, etwa bei der Instandsetzung und Modernisierung von Wohnraum. Auch die Staatsbank der DDR wurde übernommen. Heute residiert die Niederlassung der KFW in Berlin im ehemaligen Staatsbank-Gebäude am Gendarmenmarkt. 

Peinlich wurde es für das Institut 2007/2008. Erst musste die Mittelstandsbank IKB, eine Tochter, mit Milliarden gerettet werden. Windige Finanzgeschäfte waren aufgeflogen. Dann schaffte es die Bank auf die erste Seite der Zeitung mit den großen Buchstaben als „Deutschlands dümmste Bank“, nachdem 320 Millionen Euro an die US-Investmentbank Lehman Brothers überwiesen wurden, als die schon pleite war. Das Geld war weg. Der neue Vorstandssprecher Ulrich Schröder leitete die Modernisierung der Bank ein. Was nicht verhinderte, dass im Februar 2017 fälschlicherweise 7,6 Milliarden Euro an diverse Banken überwiesen wurden. Der Fehler wurde schnell bemerkt, das Geld zurückgeholt. 

Die KFW hat sich von diesen Peinlichkeiten mehr als erholt und die Fehler getilgt, wie der heutige Bankchef Günther Bräunig versichert. Als nach der Finanzkrise eine Kreditklemme drohte, waren die Förderkredite der KFW gefragt wie nie zuvor. Das führte auch dazu, dass die – von der Steuer befreite – Bank mit einem Gewinn von über zwei Milliarden Euro zeitweise zum rentabelsten Geldhaus der Republik avancierte. Auch im Jubiläumsjahr dürfte sie mit an der Spitze sein. Nach neun Monaten steht unter dem Strich ein Gewinn von 1,25 Milliarden Euro. Bund und Länder haben aber davon nichts. Die KFW schüttet ihren Gewinn nicht aus, sondern nutzt ihn fürs eigene Fördergeschäft, dessen Volumen sich zuletzt auf jährlich zwischen 75 und 80 Milliarden Euro belief, davon etwa 50 Milliarden allein für den Mittelstand. Mehr und mehr geht auch an junge und innovative Unternehmen und Start-ups. 

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