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Kaufkraft Deutsche im Kaufrausch

Der private Konsum in Deutschland ist so stark gestiegen wie zuletzt im Jahr 2000. Die guten Tarifabschlüsse befeuern die Kauflaune, aber das ist nicht der einzige Faktor.

Die Deutschen konsumieren, dass es eine Freude ist. Im vergangenen Jahr legten die Ausgaben privater Haushalte preisbereinigt um 1,9 Prozent gegenüber 2014 zu. Das war nach Angaben des Statistischen Bundesamts der stärkste Anstieg seit der Jahrtausendwende.

Vier Faktoren befeuerten den Konsum: Gute Tarifabschlüsse, niedrige Teuerungsrate, die Einführung des Mindestlohns und das niedrige Zinsniveau. Die Tarifentgelte stiegen 2015 um 2,7 Prozent. Bei einer Teuerungsrate von 0,3 Prozent blieben den Beschäftigten also real 2,4 Prozent mehr. Noch etwas stärker stiegen die Bruttomonatsverdienste insgesamt, die auch nicht tarifgebundene Löhne beinhalten, nämlich um nominell 2,8 und real um 2,5 Prozent. Verantwortlich dafür ist der gesetzliche Mindestlohn, der insbesondere nicht tarifgebundene Verdienste kräftig anstiegen ließ. Da Menschen mit niedrigen Einkommen zusätzliche Mittel sehr viel größerem Maß in den Konsum stecken als Gutverdiener, schlägt sich dies entsprechend deutlich in den Statistiken nieder.

Sparen wird zum Verlustgeschäft

Das extrem geringe Zinsniveau wirkte in zweifacher Weise stimulierend auf den Konsum: Zum einen ist Sparen zum Verlustgeschäft geworden. Da kann es sinnvoll sein, Anschaffungen zu tätigen, als weiterhin Miese auf dem Sparbuch zu machen. Zum anderen verbilligen die niedrigen Zinsen Käufe auf Pump.

Überdurchschnittlich stiegen die preisbereinigten Ausgaben für Gastronomie und Beherbergungsbetriebe (plus 3,3 Prozent), für Telekommunikation und Verkehr (3,0 Prozent ), für Freizeit, Unterhaltung und Kultur (2,2 Prozent), Haushaltsgeräte und Möbel (plus 2,2) sowie für Nahrungsmittel, Tabak und Getränke (2,1 Prozent). Deutlich geringere Zuwächse verzeichneten die Ausgabenposten Wohnung, Wasser, Heizung undStrom sowie Bekleidung und Schuhe mit Steigerungsraten von 1,1 und 1,2 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2010 stiegen die Ausgaben in Restaurants, Kneipen, Cafés, Hotels und Pensionen mit knapp elf Prozent am stärksten.

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