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Karstadt und Kaufhof Hochzeit der Erzrivalen

Karstadt und Kaufhof wollen fusionieren. Dadurch würde die zweitgrößte europäische Warenhauskette entstehen. Tausende Mitarbeiter müssen nun um ihre Arbeitsplätze bangen.

Karstadt und Galeria Kaufhof
Geht es für beide weiter? So wie in Düsseldorf stehen vielerorts die Filialen von Karstadt und Kaufhof in unmittelbarer Nähe zueinander. Foto: dpa

Die Verträge sind unterzeichnet. Karstadt und Kaufhof schließen sich zusammen. Damit wird umgesetzt, was seit mehr als einem Jahrzehnt im Schwange war. Die Fusion soll die arg in Bedrängnis geratenen Warenhäuser stabilisieren. Zugleich wird ein komplexer milliardenschwerer Immobiliendeal mit zahlreichen Standorten in besten Innenstadtlagen umgesetzt.

Die Bildung des neuen Gemeinschaftsunternehmens ist ein Triumph für den österreichischen Selfmade-Milliardär René Benko, der zunächst Karstadt für einen symbolischen Euro erworben und dann gerettet hatte, aber bei der Übernahme von Kaufhof in mehreren Anläufen gescheitert war. Medienberichten zufolge nimmt Benkos Signa-Gruppe nun insgesamt rund eine Milliarde Euro in die Hand, um den Rivalen unter eigene Kontrolle zu bringen.

Signa teilte am Dienstag mit, strategisches Ziel sei, das Einzelhandelsgeschäft zukunftsfähig zu machen und einen „führenden Omnichannel-Händler entstehen zu lassen“. Gemeint ist damit die Verknüpfung des stationären mit dem Onlinehandel. Sowohl bei Karstadt als auch bei Kaufhof liegt da seit Jahren vieles im Argen.

Der neue Warenhausgigant wäre mit etwa fünf Milliarden Euro Umsatz hinter El Corte Inglés aus Spanien die Nummer zwei in Europa. Das Unternehmen soll zu 50,01 Prozent den Österreichern und zu 49,99 Prozent der kanadischen Hudson’s Bay Company (HBC) gehören, die Kaufhof vor drei Jahren für 2,5 Milliarden Euro gekauft hatte.

Zu der neuen Gruppe gehören insgesamt 243 Standorte in Europa. Denn nicht nur die Karstadt- und Galeria-Kaufhof-Warenhäuser sind im Portfolio, sondern auch die HBC-Designer-Outlets namens Saks Off 5th sowie die Aktivitäten der Kanadier in Belgien und in den Niederlanden. Das Sagen im operativen Geschäft wird Stephan Fanderl haben, der als Vertrauter von Benko gilt und die Sanierung von Karstadt umgesetzt hat, was ihm viel Respekt in der Branche eingebracht hat.

Eine ungleich größere Aufgabe erwartet ihn nun. Seit Jahren kursieren Spekulationen, dass die Fusion der beiden Warenhausbetreiber die Schließung zahlreicher Häuser zur Folge haben wird, die in Innenstädten vielfach in unmittelbarer Nähe zueinander liegen. Ein Szenario wäre, dass Immobilienexperte Benko zahlreiche Standorte in guten Lagen gewinnbringend anderweitig verwertet. Immer wieder ist in der Branche zu hören, dass es Benko letztlich um lukrative Deals mit Grundstücken und Gebäuden geht.

Zu eventuellen Schließungsplänen machten die beiden Unternehmen am Dienstag keinerlei Angaben. Österreichische Medien berichteten aber von einem „Geheimplan“ Benkos. Er wolle 300 Millionen Euro in die Sanierung von Kaufhof und in Abfindungen für Beschäftigte stecken. Bis zu 5000 der 20 000 Arbeitsplätze wolle er streichen, aber nur wenige Warenhäuser dichtmachen.

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