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Investitionen für die Zukunft Rewe macht auch in Immobilien

Nach zahlreichen Zukäufen zieht der Handelskonzern eine positive Bilanz – und denkt über das Supermarktgeschäft der Zukunft nach.

Rewe-Supermarkt
Im Supermarktgeschäft von Rewe läuft?s gut. Foto: dpa

Der Kölner Handelskonzern Rewe will in diesem Jahr mehr als 2,4 Milliarden Euro investieren, 1,5 Milliarden davon in Deutschland. Das meiste fließt zwar in das Filialnetz und die Digitalisierung. Investieren wollen die Kölner künftig aber auch mehr in Immobilien. Bislang sind die meisten Filialen im Inland gemietet, nur weniger als fünf Prozent gehören dem Handelskonzern. Das sei zu wenig, sagte Lionel Souque bei der Bilanzvorlage in Köln. Der Rewe-Chef kann sich auch vorstellen, gemeinsam mit Partnern wie Wohnungsbaugesellschaften oder anderen Investoren in den Bau von Pflegeheimen und Wohnungen zu investieren. Diskutiert wird unter anderem ein solches Projekt in Stuttgart. Im Erdgeschoss soll dann ein Rewe-Supermarkt angesiedelt werden.

Ein solches Investment verschaffe dem Konzern mehr Gestaltungsspielraum in den Filialen, könne unter Renditeaspekten interessant sein, ist aber auch der Not geschuldet: Gerade in Ballungsräumen wird es immer schwieriger, Baugenehmigungen zu bekommen, wenn nicht gleichzeitig Wohnraum geschaffen wird. Auch Aldi und Lidl überbauen zunehmend Filialen. „Wir schauen uns ganz genau an, wo sich das strategisch lohnt“, sagte Souque.

Für die Gruppe sei 2017 ein außergewöhnliches, aber erfolgreiches Jahr gewesen, sagte der Manager, der den Konzern als Nachfolger von Alain Caparros seit gut neun Monaten führt. Mehr als eine Milliarde Umsatz haben die Kölner durch die Übernahme von 64 Kaiser’s-Tengelmann-Filialen in Berlin sowie 164 Sky-Filialen in Norddeutschland dazugewonnen.

Das eröffnet Chancen für die Zukunft, drückte 2017 allerdings auch den Konzerngewinn um 100 Millionen Euro. Der Gruppenumsatz (inklusive der Umsätze selbstständiger Händler) kletterte nach vorläufigen Zahlen um 6,7 Prozent auf einen Rekordwert von 57,8 Milliarden, der Konzernumsatz legte um 8,3 Prozent auf 49,4 Milliarden zu. Der Überschuss ging aber um 27 Prozent auf 338 Millionen zurück. Sky sei ein Sanierungsfall, sagt Souque – ist aber ein Hoffnungsträger. Sky wie auch die übernommenen Kaiser’s-Tengelmann-Filialen stärkten die Wettbewerbsposition von Rewe.

Stärkster Wachstumstreiber war 2017 – auch durch die Übernahmen – das deutsche Supermarktgeschäft, das um mehr als 15 Prozent zulegte. Damit habe Rewe das stärkste Umsatzwachstum der Branche erwirtschaftet, sagte Souque. Ohne die Neuerwerbungen lag das Plus bei 5,8 Prozent. Erfolgreich entwickelten sich auch die Rewe-to-go-Filialen in Aral-Tankstellen und an Bahnhöfen: Der Umsatz habe sich vervierfacht. Auch die Discounttochter Penny erhöhte die Erlöse leicht. Die toom- und B1-Baumärkte schlossen das Jahr mit einem Plus von zwei Prozent ab. Dynamischer wuchs die Touristiksparte mit einem Umsatzplus von drei Prozent.

Im laufenden Jahr, in das Rewe gut gestartet sei, plant der Konzern 240 Neueröffnungen und Verlagerungen. Neue Ladenkonzepte sollen den Abstand zu Discountern wie Aldi vergrößern. Auch das Online-Geschäft soll gestärkt werden. „Viele Online-Wettbewerber machen keinen Gewinn, nehmen uns aber Umsatz“, so Souque. Auch Rewe mache damit nach wie vor keinen Gewinn – Kunden erwarteten aber den Service.

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