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Internationaler Vergleich Deutsche Autobauer international spitze

Daimler und BMW verkaufen im Vergleich zu VW oder Renault-Nissan nur relativ wenige Autos. Auch ihr Umsatz ist geringer. Wenn es ums Geldverdienen geht, sind jedoch alle drei großen deutschen Autokonzerne spitze. Für die Beschäftigten ist das nicht immer gut.

Im internationalen Vergleich schafft es BMW auf Platz vier - nach VW, Daimler und Hyundai-Kia. Foto: dapd

Im internationalen Gewinn-Vergleich schneiden die deutschen Unternehmen hervorragend ab. Das zeigt eine Erhebung der Unternehmensberatung Progenium.

Danach hat Volkswagen im vorigen Jahr weltweit den höchsten operativen Gewinn aller Autohersteller erzielt: 11,3 Milliarden Euro flossen in die Kasse des Wolfsburger Unternehmens. Bereits auf Platz zwei folgt der Premiumhersteller Daimler, und BMW hat es immerhin auf den vierten Platz geschafft, nur knapp übertrumpft von Hyundai-Kia.

Erfolg auf dem chinesischen Markt

Ein wichtiger Grund für die satten Profite sind die Erfolge auf dem chinesischen Markt. Gerade die Premiumhersteller Daimler und BMW haben dort „blendend verdient“, sagt Stefan Bratzel, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Bergisch Gladbach. Reiche Chinesen zahlten fast jeden Preis für die noblen Schlitten mit den wohlklingenden Namen. Für Volkswagen hat sich ausgezahlt, dass sich der Konzern schon früh in China engagiert hat.

Profitiert haben die Deutschen auch davon, dass US-Bürger wieder deutlich mehr Autos – auch und gerade teure Wagen – nachgefragt haben. Auch für dieses Jahr rechnet Bratzel damit, dass der Autoabsatz in den USA um satte zehn Prozent steigt. Gelohnt haben sich schließlich die Investitionen in Innovationen, etwa in konventionelle energiesparende Antriebe.

Gewinne nicht unbedingt gut für Beschäftigte

Dass Rekordgewinne nicht unbedingt gut sind für alle Beschäftigten, zeigt das Beispiel BMW. Der Konzern hat zwar, wie andere Autobauer, seinen Stammbeschäftigten eine satte Erfolgsprämie gezahlt. Gleichzeitig ist die Zahl der Festangestellten im Vergleich zum Umsatz jedoch relativ schwach gestiegen, betont Bratzel. Die Bayern haben lieber Leiharbeiter angeheuert, die oft weniger verdienen und problemlos zu feuern sind. Das senkt die Kosten und verbessert die Profitabilität.

Hyundai-Kia hat mit niedrigen Preisen und guter Qualität gepunktet, erklärt der Autoexperte. Der Konzern habe seine Innovationsstärke nach und nach verbessert.

2012 wird schwieriges Jahr

Und wie geht es weiter? In diesem Jahr wird es für die deutschen Autobauer schwieriger, prophezeit der Wissenschaftler. Der japanische Konzern Toyota, der unter der Erdbebenkatastrophe gelitten hat, werde wieder angreifen. Toyota werde versuchen, Marktanteile zurückzugewinnen, auch durch günstige Angebote. Der Preiskampf wird also wieder härter.

Der Automobilexperte der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer, erwartet, dass das laufende Jahr für die gesamte Branche nicht so gut läuft wie das vergangene. Denn in Asien werde sich das Wachstum verlangsamen. Und in Europa werden die Autokonzerne die Sparprogramme und die schwache wirtschaftliche Entwicklung zu spüren bekommen. In Deutschland, so Bratzel, „können wir froh sein, wenn die Beschäftigung in etwa stabil bleibt“.

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