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Insolvente Fluggesellschaft Niki Lauda bietet für Air Berlin

2. Update Am Freitag endet die Bieterfrist für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin. Ex-Autorennfahrer Niki Lauda reicht gemeinsam mit dem Ferienflieger Condor für 38 Maschinen ein Angebot über 100 Millionen Euro ein.

Air Berlin
Die Bieterfrist für die insolvente Fluggesellschaft endet am Freitag. Foto: dpa

Investoren stehen Schlange, um bei der insolventen Air Berlin zum Zuge zu kommen. Außenseiter rechnen sich Chancen aus, weil Wettbewerbshüter vor einer Übernahme durch den Favoriten Lufthansa warnen. Am Freitag um 14 Uhr endet die Frist für die Übernahme-Offerten. 

Der Ex-Autorennfahrer Niki Lauda hat gerade gemeinsam mit dem Ferienflieger Condor, der zum Thomas-Cook-Reise-Konzern gehört, ein Angebot über 100 Millionen Euro eingereicht - für 38 Maschinen von Air Berlin. Die Flugzeuge sollen ausschließlich für die Beförderung von Touristen eingesetzt werden. Lauda hatte einst die Air-Berlin-Tochter Niki gegründet und später an Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft verkauft. Experten gehen davon aus, dass es um eine seriös kalkulierte Offerte handelt, zumal mit Thomas Cook ein finanziell potenter Konzern im Hintergrund steht, der seine Flotte passgenau erweitern könnte.

Vieles spricht dafür, dass auch der Billigflieger Easyjet zum Zuge kommen könnte. Das würde zu den Expansionsplänen des britischen Unternehmens passen, das seine Standorte in Deutschland stärken will. Im Fokus dürfte dabei Berlin stehen. Hinzu kommt, dass Air Berlin über eine große Flotte mit Maschinen aus der A320-Familie von Airbus verfügt – Easyjet fliegt ausschließlich mit diesen Jets.

Experten warnen vor Übernahme durch Lufthansa

Die Lufthansa hält indes die wichtigsten Karten in der Hand. Konzernchef Carsten Spohr ist vor allem daran interessiert, weitere Air-Berlin-Maschinen in seine Billigtochter Eurowings zu integrieren. Er will damit die Position seines Konzerns gegenüber Ryanair, Marktführer in Europa, stärken.

Die größten Hürden für die Lufthansa liegen im Kartellrecht. Eine ganze Reihe von Experten hat vor einer Übernahme durch die hiesige Nummer eins  gewarnt, da deren marktbeherrschende Position noch ausgebaut würde. Der renommierte Kartellrechtler Daniel Zimmer sagte kürzlich im Interview mit dieser Zeitung: Eine solche Übernahme könne nicht im Sinne des Wettbewerbs und der Kunden sein: „Wenn die größten nationalen Fluggesellschaften fusionieren, werden die Ticketpreise steigen.“ Auf diese Konstellation müssen die Verantwortlichen bei Air Berlin, aber auch die Lufthansa Rücksicht nehmen. Denn nach einem Zuschlag für einen oder mehrere Bieter wird es eine umfangreiche Überprüfung durch die EU-Kommission geben.

Maßgebliche Rolle für Lauda/Condor möglich

Ein Kompromiss könnte auf eine Dreiteilung hinauslaufen, mit der sich dann auch die EU-Kommission zufrieden gibt. Dabei würde Lauda/Condor eine maßgebliche Rolle spielen. Der Ferienflieger könnte vor allem am Düsseldorfer Flughafen zum Zuge kommen, um Bedenken der Kartellwächter zu entkräften. Denn der NRW-Airport war als einer der Standorte genannt worden, wo die Lufthansa bei einer Komplettübernahme ihre marktbeherrschende Position erheblich ausbauen würde. Hinzu käme Easyjet vor allem mit dem Standort Berlin. Spohr kann  mit solch einer Lösung leben. Denn zumindest erreicht er damit, dass die aggressiv expandierende Ryanair in Schach gehalten wird, die gerade angekündigt hat, ihren Flugbetrieb von Frankfurt aus massiv zu erweitern – das ist der Heimatflughafen der Lufthansa.

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