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Industriegas-Hersteller USA genehmigen Linde-Praxair-Fusion unter Auflagen

Die Industriegase-Konzerne Linde und Praxair nehmen eine große Hürde für ihre Fusion: Die US-Kartellbehörde genehmigt den Milliardendeal mit hohen Auflagen.

22.10.2018 15:50
Linde AG
Der Industriegase-Konzern Linde darf unter Auflagen mit dem US-Konkurrenten Praxair fusionieren. Foto: Matthias Balk

Die US-Kartellbehörde hat die Fusion des Industriegaseherstellers Linde mit dem US-Konkurrenten Praxair mit hohen Auflagen genehmigt. Die Federal Trade Commission betonte am Montag in Washington, dass Linde und Praxair sich aus neun Teilbereichen des Industriegasgeschäfts zurückziehen sollen. Die zwei Unternehmen haben demnach zugesagt, diese Auflagen innerhalb von vier Monaten umzusetzen.

Die US-Behörde hatte alle Beteiligten auf die Folter gespannt, weil die aktienrechtlich erlaubte Frist für die Fusion am 24. Oktober abläuft. Linde und Praxair wollen gemeinsam den französischen Rivalen Air Liquide übertrumpfen und weltgrößter Hersteller von Industriegasen werden. Die EU-Kommission hat bereits ihre Zustimmung erteilt.

Wen die Fusion nun wie geplant über die Bühne geht, verliert Deutschland gegen den Widerstand der Arbeitnehmer damit den Sitz eines traditionsreichen Industrieunternehmens. Das neue Unternehmen soll zwar nach wie vor Linde heißen, doch als Chef vorgesehen ist der Praxair-Vorstandsvorsitzende Steve Angel. Er soll den Konzern künftig von Danbury in den USA aus führen. Unternehmenssitz soll aber die irische Hauptstadt Dublin werden, auch aus Steuergründen.

Reitzle soll Aufsichtsratschef werden

Der langjährige Linde-Vorstandschef und heutige Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle soll Aufsichtsratschef des neuen Weltmarktführers werden. Er hatte die Fusion gegen den Widerstand der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat vorangetrieben.

Zusammen würden der Münchner Traditionskonzern und sein US-Konkurrent Praxair ein Viertel des Weltmarkts beherrschen, mit rund 80 000 Mitarbeitern und gut 24 Milliarden Euro Jahresumsatz. Die beiden Unternehmen und die Investoren versprechen sich von der Fusion Synergien von 1,1 Milliarden Euro im Jahr. (dpa)

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