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Immo Ströher im Porträt Reiter auf der Solar-Welle

Immo Ströher gilt als einer der Solar-Investoren der ersten Stunde. Doch bis zur Planet-Solar, jenem von der Sonne angetriebenen Boot, das zur Zeit in Kiel gebaut wird, war es für den Nachfahren des Wella-Gründers ein weiter Weg. Von Stephan Börnecke

Computerbild des weltgrößten mit Solarenergie betriebenen Schiffes "Planet Solar". In Kiel entsteht derzeit im Auftrag des Unternehmers Immo Ströher der 30 Meter lange und 15 Meter breite Koloss, dessen futuristisches Design wie eine Neuauflage des Raumschiffs Enterprise wirkt. Schon im Januar 2010 soll das Boot zu Wasser gelassen werden und nach einer Europa-Tournee im April 2011 zur Weltumrundung auf der Äquatoriallinie aufbrechen. Foto: dpa

Begonnen haben soll alles mit einem Fotoapparat, den der heute 63-Jährige zu seiner Konfirmation geschenkt bekam. Die Kamera war ausgerüstet mit einer Solarzelle zur Belichtungsmessung. "Das war eine tolle Sache und hat mich sehr fasziniert", erinnert sich Immo Ströher Jahrzehnte später. Doch bis zur Planet-Solar, jenem von der Sonne angetriebenen Boot, das zur Zeit in Kiel bei Knierim gebaut wird, war es ein weiter Weg. Ab April 2011 soll es vom Mittelmeer aus zu einer nicht vom Wind, sondern von der Sonne beflügelten 140 Tage währenden Weltumsegelung in See stechen.

Ströher finanziert den 30 Meter langen Trimaran, der über 470 Quadratmeter Solarzellen verfügen soll und damit das weltgrößte solargetriebene Boot darstellt. Gestern wurde das Projekt stolz auf der Werft präsentiert. Neun Millionen Euro steckt Ströher über seine Schweizer Holding Rivendell in sein Abenteuer-Projekt, das zudem maßgeblich von der Schweizer Uhrenfirma Candino gesponsort wird. Er sei kein "Gutmensch", aber ein guter Mensch, sagen Mitstreiter von den "Grünhelmen" über Immo Ströher, den gelernten Psychologen, Unternehmer, Erben der Wella-Dynastie und Fan von Solarenergie.

Immo Ströher ist Nachfahre des Friseurs Franz Ströher, der wiederum 1880 das Kosmetikunternehmen Wella gründete. 2003 übernahm der Weltkonzern Procter & Gamble die Firma für 4,65 Milliarden Euro. Ein Großteil floss an die Erben der Gründerfamilie. Immo Ströher steckt sein Kapital in die Solarbranche. Er investiert in Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien, des Recyclings und der Umweltverbesserung. Eine der Ideen: Menschen in Entwicklungsländern zu preiswerter Energie zu verhelfen. Die andere Vorgabe lautet:Man müssevon den nicht erneuerbaren Energien und vom "unglaublichen Missbrauch unserer Ressourcen wegkommen", verriet er vor Jahren der Zeitschrift Photon.

Ströher gilt als einer der Solar-Investoren der ersten Stunde. In den Berliner Modulhersteller Solon und auch in die Q-Cells AG steckte er sein Geld. Der Technikfan gehörte zu den Gründungsinvestoren der Firma Q-Cells, die 1999 mit einem Startkapital von 60.000 Euro ins Leben gerufen wurde, verkaufte aber später seinen 20,5-Prozent-Anteil an dem Solarzellenhersteller Q-Cells für 385 Millionen Euro.

Nun also geht´s auf See, im Januar sind auf der Ostsee die ersten Probetörns geplant. Die Ziele aber sind weiter gesteckt. Denn Ströhers Schweizer Holding investiert ins Planet-Solar-Schiff, um Erkenntnisse über die solare Mobilität auf hoher See zu sammeln. Davon erhofft sich der Investor "Anregungen für den konventionellen Schiffbau".

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