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Hornbach-Baumarkt Hammerharter Wettbewerb

Im Kampf mit Amazon baut die Baumarktkette Hornbach ihr Internetangebot massiv aus.

Baumarkt Hornbach
Der stationäre Handel alleine reicht Hornbach nicht mehr. Foto: dpa

Bei Hornbach fließt der Schweiß in Strömen – nicht nur in der aktuellen, hoch gelobten Werbekampagne. Auch im übertragenen Sinn. Denn die Manager müssen sich mächtig anstrengen, um im Internetgeschäft mit dem Online-Giganten Amazon mithalten zu können. 
Auf den ersten Blick sehen die am Donnerstag vorgelegten Zahlen glänzend aus. Im Ende Februar beendeten Geschäftsjahr hat der Konzern aus dem pfälzischen Neustadt seinen Umsatz um gut fünf Prozent auf 4,1 Milliarden Euro gesteigert. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 95,7 Millionen Euro übrig. Das sind 6,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Plus geht aber zum allergrößten Teil auf Zuwächse im Auslandsgeschäft zurück. Insbesondere in südosteuropäischen Ländern sind die Potenziale in der Heimwerkerei noch ziemlich groß. Hierzulande gilt der Markt als weitgehend gesättigt. So wuchs der Umsatz in Deutschland im Geschäftsjahr auch nur um 1,5 Prozent. 

Gesättigte Märkte: Das bedeutet, es wird um Marktanteile gekämpft. Und dieser Kampf wird mit harten Bandagen geführt. Die großen Drei – Obi, Bauhaus, Hornbach – müssen sich dabei gegen mehrere Rivalen gleichzeitig wehren. Auf der einen Seite stehen neue Discount-Baumärkte. Dazu zählt unter anderem die Marke Fishbowl, die im vergangenen Jahr 34 Standorte eröffnet hat. Es handelt sich dabei zwar um kleinere Filialen, die als „Sonderpreis Baumarkt“ firmieren. Aber der allergrößte Anteil der Flächenexpansion der Branche – die Zahl der hiesigen Standorte stieg um knapp fünf Prozent auf 3324 – ging auf den Newcomer zurück, der sich gerne in der Rolle des Wadenbeißers sieht. 

Gleichwohl konnte sich die Hornbach-Gruppe einigermaßen wacker verteidigen. Zumindest hat sie es abermals geschafft, bei einer der wichtigsten Kennziffern der Branche an der Spitze zu bleiben. Bei der sogenannten Flächenrentabilität. Dabei geht um das Verhältnis von Erlösen zur Verkaufsfläche. Der Nettoumsatz lag im vorigen Jahr bei 2135 Euro pro Quadratmeter. Man liege damit um 60 Prozent über dem Durchschnittswert der relevanten Konkurrenten. 

Konzernchef Albrecht Hornbach ist heilfroh über diese Ertragsstärke des stationären Geschäfts. So könne man sich leisten, in das Online-Geschäft weiter zu investieren. Denn das ist der entscheidende Kampfplatz der Branche – und das wird wohl auch noch einige Zeit so bleiben. Nach einer Erhebung des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) informiert sich mittlerweile jeder zweite Baumarkt-Kunde zunächst über das Internet, bevor er sich auf den Weg in einer der Filialen macht, die an den Stadträndern und in den Gewerbegebieten liegen. 
Und wen finden sie zuerst im Netz, wenn nach Nagel und Hammer, Blumentöpfen und Pflanzerde gesucht wird? Natürlich Amazon. Das große Plus des US-Giganten: Er genießt laut IFH großes Vertrauen, insbesondere wenn es um die Zuverlässigkeit der Lieferung geht. 

Albrecht Hornbach hat jedenfalls die Devise ausgegeben, dass die sogenannte Mehrkanalstrategie so ausgebaut werden müsse, dass man mit den Pure-Playern im Internet gleichziehen könne. Denn für den Chef besteht kein Zweifel: „In gesättigten Märkten wie Deutschland wächst der Wettbewerb mit dem Online-Handel.“ Deshalb hat das Familienunternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als 60 Millionen Euro in den Ausbau der Online-Kanäle gesteckt – 13 Prozent mehr als im Vorjahr. 

Dem Management geht es vor allem darum, die Online- und die Offlinewelt miteinander zu verknüpfen. Man müsse dabei die gestiegenen Ansprüche der Kunden im digitalen Zeitalter erfüllen, so Hornbach. 

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